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Erstmals weniger als 200 verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen in Essen

07.03.2011 | 15:37 Uhr
Erstmals weniger als 200 verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen in Essen
Viertklässler der Christopherus Grundschule an einer Ampel auf der Krayer Platte (A40 Ausfahrt Essen-Kray). An dieser Stelle ist jedes der Kinder auf dem Schulweg schon einmal in eine gefährliche Verkehrssituation mit einem rücksichtslosen Autofahrer geraten. Foto Alexandra Umbach / Waz FotoPool

Essen.   Die Mission Verkehrserziehung ist geglückt. Im Jahr 2010 ist die Zahl der verunglückten Kinder erstmals unter 200 gesunken. Eine spezielle Gefahrenstelle an der Krayer Platte wird voraussichtlich im Frühjahr durch eine Ampelschaltung entschärft.

Die Zahl der verunglückten Kinder im Verkehr ist 2010 erstmals unter 200 gesunken. Mission Verkehrserziehung geglückt, freut sich Dittmar Hoga, Chef der Verkehrsdirektion der Polizei, und kündigte an, den Schwerpunkt in der Unfallvorbeugung bei den Senioren zu setzen. Verkehrskontrollen auf Schulwegen wird die Polizei aber fortsetzen - auf Drängen von Bezirkspolitikern, Verkehrswacht und Eltern. Sie halten die Kontrollen für „weiterhin dringend erforderlich“.

Das finden die Viertklässler der Christopherusschule auch. Sie müssen täglich die Krayer Platte überqueren. 20.000 Autos rollen täglich vorbei, 20.000 Fußgänger queren täglich die Kreuzung. Zu Kollisionen kommt es, wenn Autofahrer Richtung Bochum den Stau vermeiden wollen und - verboten - geradeaus über die Platte fahren. Auf dem Weg zurück zur Autobahn kommen sie an einer Fußgängerampel vorbei, die im selben Moment Grün schaltet wie die Abbiegeampel.

"Sohn ist fast einmal angefahren worden"

„Mein Sohn ist schon einmal fast angefahren worden“, berichtet Mutter Maria Grün. „Ich war mit dem weinenden Kind auf der Polizeiwache. Der Beamte hat gesagt: Der Sachverhalt ist bekannt, aber was soll man groß ändern?“

„Anscheinend muss erst etwas passieren, bevor jemand tätig wird“, klagt Mutter Sandra Kern, inzwischen Mitglied einer Elterninitiative. Schüler Jan Juditzki hat beobachtet: „Weil die Autofahrer wissen, dass die da nicht geradeaus fahren dürfen, fahren die extra schnell und übersehen uns Kinder. Mir ist es auch schon mal passiert, dass ich, meine Schwester im Kinderwagen und meine Mutter fast überfahren worden wären. Und der Fahrer hat sogar noch mit uns geschimpft!“

Sicherheit hat höchste Priorität

Diese spezielle Gefahrenstelle wird voraussichtlich im Frühjahr durch eine neue Ampelschaltung entschärft, verspricht Stadt-Sprecher Detlef Feige und beteuert: „Die Sicherheit der Fußgänger hat höchste Priorität.“

Das gilt in der Tat an immer mehr Stellen im Verkehr. Insbesondere die Zahl der Kinderunfälle ist von 293 im Jahr 2005 auf 196 im vergangenen Jahr gesunken. Die Zahl der Schulwegunfälle ging sogar binnen eines Jahres um 37 Prozent zurück. Dennoch sind sich Verkehrswacht und Polizei einig: „Der Schulweg eines Kindes ist weiterhin risikohaftet, zumal es meist zum ersten Mal ohne Begleitung der Eltern unterwegs und vielen Ablenkungen ausgesetzt ist.“

Die Auswertung der Überwachungen zu Schuljahresbeginn hat zudem ergeben: Immer noch waren mehr als 13.000 Autofahrer zu schnell. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass ihr Anteil an den insgesamt überwachten Fahrzeugen auf 6,7 Prozent zurück gegangen ist.

Die Gesamtzahlen der Verkehrsüberwachung des letzten Jahres: Fast zwei Millionen Fahrzeuge wurden kontrolliert, mehr als 137.000 (7,1 Prozent) waren zu schnell. Erstmals hat die Stadt die Zahlen nach Bezirken analysiert. Mit einem überraschenden Ergebnis: In der Innenstadt, Rüttenscheid, Bergerhausen und Huttrop sind die wenigsten Temposünder unterwegs. Im Norden und im Süden sind es doppelt so viele.

Kai Süselbeck & Markus Kleine-Beck

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Kommentare
09.03.2011
09:54
Erstmals weniger als 200 verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen in Essen
von amo17 | #2

Sehr geehrte Herren Kai Süselbeck & Markus Kleine-Beck,
sie schrieben die Mission Verkehrserziehung ist geglückt. Damit meinen sie die Kinder, für die wird das Wort Verkehrserziehung benutzt.

Aus ihrem Artikel geht aber auch klar hervor, dass die PKW-Fahrer eine Erziehung benötigen.
Das Beispiel Krayer Platte ist schon extrem. Da sollte die Polizei bei Stau häufig kontrollieren und Führerscheine wegen Rotlichtverstoß mit Verkehrsgefährdung einsammeln.

08.03.2011
17:12
Erstmals weniger als 200 verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen in Essen
von eimerweise | #1

Hier noch ein überraschendes Ergebnis: An den Gefahrenstellen sind die wenigsten Verkehrsüberwacher unterwegs. Auf Ausfallstrassen mit geringer Verkehrsdichte sind es doppelt so viele.
;-)

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