Erstes Ziel ist Platz bei „Joblingen“

Altenessen/Altendorf..  Über frisch gestrichene Gruppenräume, Flure und Außenspielgeräte freuen sich die beiden VKJ-Kindergärten „Großstadtkrokodile“ in Altenessen und das „Himmelszelt“ in Altendorf. Das haben sie 28 angehenden „Joblingen“ zu verdanken, die an drei Tagen im Einsatz waren, um sich letztlich für einen Ausbildungsplatz zu empfehlen.

Viele junge Menschen schaffen nicht direkt den Sprung ins Berufsleben. Dies zu ändern ist seit 2013 das Ziel der Joblinge gAG Ruhr. Jugendliche mit einem Schulabschluss werden über gemeinnütziges Engagement motiviert, beruflich (neu) orientiert und auf eine Berufsaubildung vorbereitet.

In der Praxis sah das so aus: Montagmorgen standen 28 junge Erwachsene, darunter auch vier Frauen, bei Claudia Bartsch auf der Matte. Sie leitet den VKJ-Kindergarten Großstadtkrokodile und hatte sich einen neuen Anstrich für ihre beiden Gruppenräume gewünscht. „Wir wollten für die Kinder eine insgesamt frischere und hellere Farbgestaltung, passend zu neuen Möbeln, die wir angeschafft haben“ sagt sie. Zum Feierabend um 15 Uhr war der Kindergarten kaum wieder zu erkennen.

Am Dienstag zogen die Helfer von der Hundebrinkstraße weiter nach Altendorf, wo sie von Raphaela Reichwein mit offenen Armen empfangen wurden. „Wir sind eine kleine Einrichtung mit einem Essbereich, den wir vom Flur abgetrennt haben. Da ist häufiger mal ein neuer Anstrich fällig,“ begründet die Leiterin des VKJ-Kindergartens Himmelszelt ihre Anfrage.

Am Mittwochnachmittag ist das Werk fast vollbracht. Zwei Kindergärten haben sie einen neuen Anstrich gegeben, kleinere und größere Gartenarbeiten erledigt und eine Kletterattraktion für die Kinder wieder wetterfest gemacht. „Für unser Auswahlverfahren beobachten wir die angehenden Joblinge in ihrer Motivation, Pünktlichkeit und Sozialverhalten“ beschreibt Stefanie Leesing ihre Aufgabe. Gemeinsam mit Claudia Di Carlo betreut sie die Gruppe von Jugendlichen über ein halbes Jahr, und alle drei Monate kommen neue hinzu. „Wir haben nur 22 Plätze zu vergeben. Die Jugendlichen müssen sich ihre Teilnahme also regelrecht verdienen“, beschreibt Claudia Di Carlo das Auswahlverfahren. Schon einen Tag nach Beendigung der Kita-Arbeiten starten 22 von ihnen durch in die Orientierungsphase, die mit Bewerbungstraining beginnt und mit einem Praktikum endet. Danach soll möglichst der Wechsel in eine Ausbildungsstelle stehen. 90 Prozent der Joblinge schaffen das.