Entsetzen über die Polizeiführung

Das erste Treffen mit Polizeipräsident Frank Richter am Mittwoch will das Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus offenbar nicht abwarten: Auf die Einschätzung des neuen Behördenleiters, die Demonstration der so genannten Partei „Die Rechte“ nicht untersagen zu können, haben „Essen stellt sich quer“ und andere Bündnisse gestern ausgesprochen heftig reagiert.

Man sei entsetzt, dass die Polizei den geplanten Aufmarsch der Nazis nicht verboten habe, hieß es: „Es ist unfassbar, dass Gruppen, die sich Einschüchterungsmethoden nach SA-Bräuchen bedienen, 70 Jahre nach Ende der Hitlerdiktatur unbehelligt durch die Straßen der Städte marschieren dürfen“, heißt es in einer Stellungnahme. Wie Max Adelmann, Sprecher des Bündnisses „Essen stellt sich quer“, deutlich machte, unterstützen über 100 Organisationen und rund 300 Privatleute die Aufforderung zum Verbot. Darunter seien viele Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte entlang des geplanten Demonstrationswegs der Rechten. „Allein dies zeigt deutlich, dass die Essener und Gelsenkirchener keinen Aufmarsch der Neonazis in ihren Straßen dulden“, so Adelmann: „Wir möchten, dass es nicht umsonst war, dass im Januar mehr als 4000 Bürger gegen die ,Hogesa’ auf die Straße gingen. Wir möchten keine Dortmunder Zustände und auch keinerlei offizielle Ermutigung dazu.“ Es sei „unglaublich, dass Herr Richter die Polizei als unpolitisch darstellt und sie nicht als moralische Instanz ansieht“.

Ungeachtet der Ergebnisse des Gesprächs mit Frank Richter sollen die geplanten Kundgebungen gegen Rechts stattfinden, kündigten die Macher an. Treffpunkt ist am 1. Mai um 17.30 Uhr an der Kreuzung Buschstraße/ Krayer Straße.