„Entscheidend ist, dass jemand zum Unternehmen passt“

Essener Unternehmen sagen, sie finden immer schwerer geeignete Mitarbeiter. Wie erleben Sie das?

Schwierig wird es immer dann, wenn die Unternehmen Mitarbeiter mit einer bestimmten Qualifikation suchen, dann aber immer noch etwas oben drauf packen. Ich werbe dafür, dass es nicht immer um Maximalforderungen und die ideale Topbesetzung gehen darf, vielmehr ist entscheidend, dass der Stellenbewerber zum Unternehmen passt und einfach nur einen guten Job macht.

Die heimische Wirtschaftsförderung hat ausgerechnet, dass Essen dynamischer wächst als viele andere Großstädte, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs erreichte 2014 einen neuen Rekord und trotzdem sinken die Arbeitslosenzahlen nicht, woran liegt das?

Das liegt an der Struktur der Arbeitsstellen, die hier angeboten werden. Es werden Hochqualifizierte gesucht, auch und gerade in den Konzernen. Das lockt natürlich auch viele Bewerber aus dem Umland. Das sieht man an der hohen Einpendlerquote.

Was bleibt also für Ihren Nachfolger zu tun?

Einmal geht es um das Thema demografischer Wandel. In den kommenden zehn bis 15 Jahren werden 20 Prozent der Belegschaft in den Essener Unternehmen ausscheiden. Und da stellt sich die Frage: Wie gelingt es, diese Lücke mit genügend Fachpersonal zu schließen? Das andere Thema ist die Frage, wie wir Schüler künftig auf die Berufsausbildung vorbereiten und wie wir für jeden einen Ausbildungsplatz finden.

Was werden Sie an Essen vermissen?

Ich habe es als große Stärke empfunden, dass hier gemeinsam an Themen gearbeitet wird. Bezeichnend ist eine gute Vernetzung. Manchmal sind wir jedoch nicht konkret geworden, wenn es um die zentralen Fragen ging: Wer kümmert sich um welches Projekt bis wann? Das könnte sich in Essen in Zukunft bestimmt noch verbessern.