Entlang an der Berne, dem Fluss, den niemand kennt

Grün, aber trotzdem nicht gerade idyllisch: Die Berneroute präsentiert den Norden der Stadt mit rauhem Charme.
Grün, aber trotzdem nicht gerade idyllisch: Die Berneroute präsentiert den Norden der Stadt mit rauhem Charme.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen auf Rädern - entlang der Berne

Die Berne fließt unterirdisch durch Essen. Rad-Reporter Martin Spletter verfolgt ihren Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Emscher.
Di, 14.04.2015, 16.45 Uhr

Die Berne fließt unterirdisch durch Essen. Rad-Reporter Martin Spletter verfolgt ihren Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Emscher.

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Was wir bereits wissen
„Essen auf Rädern“: Die Berne verläuft vom Südviertel unterirdisch bis zum Nordviertel. Dort startet die „Berneroute“ für Radler bis Bottrop.

Essen.. „Essen auf Rädern“: Die Berne verläuft vom Südviertel unterirdisch bis zum Nordviertel. Dort startet die „Berneroute“ für Radler bis Bottrop.

Wir sind den gesamten Verlauf der Berne mit dem Rad entlanggefahren. Die Berne, der Fluss, den in Essen kaum jemand kennt, verläuft vom Südviertel bis zur Grillostraße unterirdisch. Das hat einen Vor- und einen Nachteil. Nachteil: Man sieht das Wasser nicht. Vorteil: Man riecht die Berne auch nicht.

Ein Großteil des Essener Abwassers fließt in die Berne, und an der Kreuzung Grillo-/Gladbecker Straße, nördlich der Uni, wo die Berne ans Tageslicht kommt, da muss man sich ein wenig die Nase zuhalten. Man muss fairerweise aber auch sagen, dass sich der Geruch nach wenigen Minuten am Wasser entlang erledigt hat. Nicht wegen der Gewöhnung, sondern: Der Geruch verschwindet wirklich schnell.

Die offizielle Berneroute startet nördlich der Uni, von dort geht es etwa neun Kilometer lang bis nach Bottrop, wo die Berne in die Emscher fließt. Wir haben es hier mit einer einigermaßen gut ausgeschilderten Route zu tun, die Essens Norden so zeigt, wie er ist: Wild und ruhig zugleich. Wild, weil die Strecke an zahllosen Rückseiten von Gewerbehallen entlangführt. Das ist mehr rustikal als pittoresk. Wer Natur-Idylle sucht, sollte lieber den Ruhrtalradweg fahren. Wild, weil wir die B224 überqueren und die Hafenstraße, am neuen Stadion entlangfahren und der blauweiße Schlot des „Trimet“-Aluminiumwerks immer zu sehen ist. Wild, weil es Ecken gibt, an denen der Sperrmüll wuchert und der Charme der Gegend als, sagen wir mal, „rauh“ zu bezeichnen ist.

Videoblog Und trotzdem: Ruhig ist es auch, denn es ist überall grün, friedlich war es auf unserer Tour sowieso, und wenn die Berne von Herbst an erstmal renaturiert wird (Betonbett raus, Abwasser in die Erde in Kanäle, dafür klares Wasser und natürlich-kurvige Verläufe als Ersatz), dann – ja, dann wird die Route noch ein richtiges Schmuckstück. Lohnend ist auf jeden Fall das Ziel: der Bernepark in Bottrop, eine umgestaltete Kläranlage. Sehenswert!