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Endlich ohne Luftnot Herzoperation

25.02.2008 | 19:19 Uhr

Vor drei Monaten berichtete die WAZ über die Herzoperation von Manfred Dorn. Zahlreiche Leser erkundigten sich in den folgenden Wochen nach dem Verlauf des Genesungsprozesses. Jetzt gibt es messbare Ergebnisse

SERIE MITMENSCHEN "Mir geht's viel besser!" Strahlend verkündet Manfred Dorn diese erfreuliche Nachricht etwa drei Monate nach seiner großen Herzoperation im Elisabeth-Krankenhaus. Die WAZ durfte damals live bei der dreistündigen OP dabei sein und berichtete darüber. In den folgenden Wochen erkundigten sich dann zahlreiche Leser nach dem Genesungsprozess des inzwischen 70-Jährigen. Eine Kontrolluntersuchung zeigt nun medizinisch messbare Ergebnisse.

Ein Blick zurück: Das Leben von Manfred Dorn hing am seidenen Faden, denn ständig drohte der plötzliche Herztod. Jahrelange Erkrankungen peinigten sein Herz, ließen es hin und her schaukeln, brachten es aus dem Takt und reduzierten die Leistungsfähigkeit des Organs auf unter 20 Prozent. Wasser staute sich in der Lunge, Luftnot quälte den Mann. "Wir waren in ständiger Angst", erinnert sich Lebensgefährtin Marianne Marx. "Er hat ja nur noch gelegen und war so teilnahmslos."

Am 21. November setzte Dr. Bernhard Küpper von der Klinik für Kardiologie und Angiologie dem Schwerkranken einen speziellen Herzschrittmacher ein, einen so genannten Defibrillator, verbunden mit einer Resynchronisationstherapie (CRT). In stundenlanger Kleinarbeit positionierte Küpper drei Elektroden, die das Zusammenspiel der Herzklappen wiederherstellen und damit das Schaukeln des Organs unterbinden sollten, und den Defibrillator, der im Falle eines Falles durch gezielte Stromstöße Herzrhythmustörungen beenden sollte.

Doch der anschließende Genesungsprozess verläuft spannend wie ein Krimi: "Schon in der Nacht nach der Operation löste sich eine der Elektroden", erläutert Küpper. "Die Kabel halten nur durch Knicke an den Gefäßwänden, manchmal lösen sie sich, und das Gerät entfaltet nicht seine volle Wirkung." So kommt das pumpschwache Herz in den folgenden Wochen dreimal in ein "Kammerflimmern", die Pulsfrequenz steigert sich dann von normalen 60 auf rund 300 Schläge pro Minute. Der eingesetzte Defibrillator beendet das ansonsten tödliche Desaster aber innerhalb von 12 Sekunden durch Elek-troschocks. "Es tut zwar nicht weh, aber es ist ein Gefühl wie auf dem elektrischen Stuhl", beschreibt Manfred Dorn den lebensrettenden Einsatz des streichholzschachtel-großen Gerätes in seiner Brust.

Die widrigen Umstände machen Ende Januar noch eine zweite OP notwendig: Küpper ersetzt das lose Kabel durch ein anderes, diesmal s-förmig gekrümmtes, um das Gerät, das als Porsche unter den Herzschrittmachern gilt, zur vollen Funktion zu bringen. Jetzt mit Erfolg: "Ich kann ohne Luftnot schlafen, mich um unsere Papageien kümmern und wieder 'ne Runde um den Block laufen", freut sich Dorn.

"Er hat seinen Humor wieder gefunden und kann mir bei der Hausarbeit helfen", ergänzt Marianne Marx.

Auch der Operateur ist zufrieden: Das Herz schaukelt nicht mehr und kann sich jetzt erholen, so dass sich das Wohlbefinden des Patienten langfristig noch steigern kann. "Das war Arbeit am Rande des medizinisch Möglichen", so Küpper. "Und nicht nur das Wohlbefinden des Patienten, sondern auch die Messdaten zeigen, dass alles funktioniert." Die Ärzte im Elisabeth-Krankenhaus führen diese spezielle Operation, bei der einem Patienten Defibrillator und Resynchronisationstherapie (CRT) eingesetzt werden, etwa 40- bis 50-mal im Jahr durch.

Von Andrea Kleemann

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