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EM 2012 - 3:3 nach einem Wahnsinnspiel zwischen Dänemark und Deutschland?

17.06.2012 | 06:00 Uhr
EM 2012 - 3:3 nach einem Wahnsinnspiel zwischen Dänemark und Deutschland?
Der Däne Kristian Vetter vor dem Colosseum in Essen: Bei der Fußball-EM fiebert er mit den Dänen und glaubt an ein 3:3 Unentschieden. Foto: Jennifer Rüdinger

Essen.   Wahnsinnsspiel und am Ende ein 3:3 gegen Deutschland - gewagt? Zumindest lautet so die Prognose von Kristian Vetter. Der Musical-Darsteller aus Dänemark steht unter anderem in Gelsenkirchen auf der Bühne drückt seinem Heimatland im abschließenden Vorrundenspiel gegen Deutschland die Daumen.

Er kommt gerade aus Dänemark , war zuvor in Hamburg, um für eine Produktion in der Schweiz vorzusprechen. Zwischenstopp in Essen vor dem Colosseum . Danach geht es gleich nach Gelsenkirchen, wo der Musical-Darsteller am Abend auf der Bühne steht . Am Sonntag aber, „da machen wir es uns abends bei unseren Nachbarn gemütlich“, freut sich Kristian Vetter. Wenn die dänische Elf auf die deutsche trifft, guckt er als Däne unter Deutschen Fußball, sagt er.

Dabei ist das nicht ganz richtig, denn seine Frau stammt aus Kroatien, sagt der 47-Jährige und überlegt kurz, ob die beiden Mannschaften wohl bei der EM aufeinander treffen könnten: „Das wäre spannend.“ Total angespannt ist Kristian Vetter als Zuschauer: „Ich renne im Wohnzimmer auf und ab und haue auf Kissen, wenn’s nicht läuft“, verrät er lachend. Springend äußert er seine Fußball-Freude.

"Die Dänen haben sich als junge Mannschaft bewiesen"

„Normalerweise packt mich immer wenn Dänemark Länderspiele hat das Lampenfieber, so als sei ich verantwortlich fürs Tore schießen.“ Dann der Auftakt der EM für sein Land: Dänemark gegen Holland . „An dem Tag war alles anders!“ Statt seine Elf anzufeuern, hat er Premieren-Fieber und 1000 Texte im Kopf . Er vergisst völlig, dass die Dänen auf dem Rasen stehen. „Landesverrat“, ruft Kristian Vetter. Wäre er in Dänemark gewesen, er ist überzeugt, seine Freunde hätten ihn gelyncht. Erst in der Garderobe erfährt er später den Spielstand: 1:0. Die Dänen führen – und gewinnen. Die Aufschrift „Wikinger ohne Furcht“ auf ihrem Mannschaftsbus zeugt von dem Selbstvertrauen. „Die Dänen spielen gut und haben sich als junge Mannschaft bewiesen“, sagt auch Kristian Vetter.

Gegen Deutschland hofft er auf „ein Wahnsinnsspiel“ mit dem Endstand 3:3. Realistisch sei aber, dass Jogis Elf gewinnt. Von Herzen glaubt er, dass für die Dänen was drin ist. „Die Jungs wollen das unbedingt“, sagt Kristian Vetter. Der es mit Talent, Willen und Glück zum Musical-Darsteller gebracht hat. „Als Autodidakt“, ergänzt der Däne, der in seinem Heimatland früher als Lkw-Fahrer arbeitete und Sänger einer Rockband war. Mit dem Traumberuf: Schauspieler.

"Ein Teil von mir ist deutsch, das spüre ich."

1997 begann sein Abenteuer, da hatte er eine erste Ehe hinter sich, die Kinder waren groß – und er wurde Musical-Darsteller in Duisburg. In Essen folgten Rollen bei Mamma Mia und Aida, später Touren auch durch Österreich und die Schweiz. Vom Ruhrgebiet wusste er vor seinem Aufbruch nicht viel. Wurde gar gewarnt vor hässlicher Industrie und Landschaft. „Kann ja nicht so schlimm sein“, dachte sich der Däne und ging. Wohnte zunächst in Kettwig, renovierte nun für sich und seine Frau ein Haus im Essener Süden mit viel Holz, in rot und weiß, ganz dänisch eben: „Hier bleiben wir“, sagt Kristian Vetter.

Mit dem Begriff Heimat tut er sich zwar schwer, seine Heimatstadt ist aber Essen geworden, sagt der Darsteller mit dänischem Pass und deutscher Oma: „Ein Teil von mir ist deutsch, das spüre ich.“ Seine Ungeduld fällt ihm ein. Was er sich für die Zukunft wünscht: Kinder. Mit einer Festanstellung am Schauspielhaus in Essen könnte er ganz sesshaft werden. Im Herbst hat Kristian Vetter immerhin eine Anstellung in Fulda zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls in Musicals auftritt. Was 2013 kommt, wissen sie nicht: „So ist das Geschäft“, sagt der Darsteller.

Augenzwinkernd fügt er aber noch einen Fußball-Wunsch für 2014 hinzu: „Dänemark wird Weltmeister.“

Dominika Sagan



Kommentare
17.06.2012
11:36
Wikinger ohne Furcht
von ChristlicherDemokrat | #1

schön wäre es doch wenn die beiden mit der großen Klappe nach hause fahren,
mit danish dynamit und Potugal wäre es "bunter"!

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