„Eltingviertel taugt nicht zum Prenzlauer Berg“

Die jüngst vorgestellten Pläne zur Entwicklung des Eltingviertels stoßen bei den Essener Partei-Piraten auch auf Kritik. Sie warnen vor „Berliner Verhältnissen“: Das Eltingviertel tauge nicht zum Prenzlauer Berg, heißt es in einer Stellungnahme, in der die Fraktion vor der Gentrifizierung des Viertels warnt. Damit wird der Wandel mancher Wohnquartiere von Arbeitervierteln in Stadtteile für Eliten bezeichnet. Die Aufwertung des Eltingviertels müsse den Anwohnern dienen, kommentieren die Politiker die Pläne der Stadt Essen, der Innovation City Management GmbH und der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington. So müsse garantiert werden, dass der Wohnraum bezahlbar bleibt. Zwar sei das Engagement zur Restaurierung und Erhaltung der Gründerzeithäuser sinnvoll – gleichzeitig fürchten die Partei-Piraten damit einen Anstieg der Mieten und damit eine Verdrängung der jetzigen Anwohner. „Die Planer sollten auch einen Blick in den Sozialatlas der Stadt werfen, der zeigt, dass die Kinderarmut in der nördlicheren Innenstadt und somit auch im Eltingviertel extrem hoch ist“, empfehlen die Partei-Piraten.

Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion, begrüßt die städtebauliche Aufwertung des Eltingviertels grundsätzlich. Gleichzeitig mahnt auch sie „ein umweltangepasstes, beispielgebendes Wohnviertel“ an, „ohne dass mit überhöhten Mieten die bisherigen Bewohner aus dem Stadtteil getrieben werden“. Nur wenn alle wesentlichen Akteure zusammenkommen und die betroffenen Bürger einbezogen würden, könne ein solch komplexes Sanierungsprojekt gelingen.