Eltern sollen mehr für Ganztag an Essener Grundschulen zahlen

Spielen steht natürlich auch auf dem Programm im "Ganztag". Rund 9000 Grundschulkinder sind in Essen in einer Ganztagsbetreuung. Ihre Eltern sollen dafür bald mehr zahlen.
Spielen steht natürlich auch auf dem Programm im "Ganztag". Rund 9000 Grundschulkinder sind in Essen in einer Ganztagsbetreuung. Ihre Eltern sollen dafür bald mehr zahlen.
Foto: Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Verwaltung der Stadt Essen plant eine Anhebung der Beiträge für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Besonders Gutverdienende sollen deutlich mehr zahlen.

Essen.. Die Eltern von derzeit knapp 9000 Essener Grundschulkindern, die täglich bis zum Nachmittag betreut werden, müssen vom kommenden Schuljahr an höhere Gebühren zahlen. Die Stadt will die Eltern-Beiträge, die sich am jährlichen Brutto-Haushaltseinkommen ausrichten, vor allem in den oberen Gehaltsstufen deutlich anheben.

Zehn Jahre waren die Elternbeiträge nicht angehoben worden. Im Schuljahr 2003/2004 war der „Ganztag“ an Essener Grundschulen mit stadtweit rund 400 Kindern gestartet. Heute bietet nahezu jede der etwa 85 Grundschulen den „Ganztag“ an. Die Betreuung erfolgt in der Regel bis 16 Uhr, an vielen Standorten gibt es Extra-Zeiten bis 17 Uhr.

Eine Verteuerung sei „unumgänglich“

Während der Verabschiedung des Haushalts 2015/16 hatten SPD und CDU gemeinsam die Schulverwaltung beauftragt, „für die qualitative und quantitative Weiterentwicklung der Offenen Ganztagsschule eine Anpassung der Elternbeiträge vorzunehmen.“ Eine Verteuerung sei „unumgänglich“. Ausdrücklich beauftragte die Politik die Verwaltung, „die Vorgabe des Landes eines maximalen Monatsbeitrags für höhere Einkommen für das erste Kind auszuschöpfen.“

Bildung Dieser gesetzlich gültige, maximale Beitrag lag damals noch bei 150 Euro, ist von Düsseldorf aber im Januar auf 170 Euro angehoben worden. Das hat die Schulverwaltung in ihrem neuen Gebühren-Entwurf, der Ende März vom Rat der Stadt verabschiedet werden muss, berücksichtigt. Auch Kommunen wie Köln oder Mülheim haben in der Vergangenheit den Maximalbeitrag von 150 Euro für Gutverdiener ausgeschöpft.

Im Jahr 2013 hat die Stadt Essen rund 3,3 Millionen Euro Gebühren aus der Ganztagsbetreuung eingenommen. Die höheren Elternbeiträge brächten insgesamt 1,3 Millionen Euro mehr, heißt es in einer Vorlage, mit der sich jetzt der städtische Schulausschuss beschäftigt.

Fürs zweite Kind zahlen Eltern die Hälfte

Rund ein Drittel der Eltern, die ihre Kinder in Essen an einem Ganztagsplatz angemeldet haben, zahlen keine Gebühren, weil sie kaum oder ein zu geringes Einkommen haben. Außerdem gilt eine Geschwisterkind-Regelung, die sowohl die Betreuungskosten in einer Kita als auch die in der Grundschule berücksichtigt: Fürs zweite Kind zahlen Eltern die Hälfte – egal, ob beide an einer Ganztagsgrundschule sind, oder ob eins von beiden zum Kindergarten geht. Wobei grundsätzlich gilt, dass der höhere Beitrag voll entrichtet und der günstigere Beitrag per Geschwisterkind-Regel ermäßigt wird. Noch nicht im Elternbeitrag enthalten ist übrigens das Essensgeld. Auch die Betreuungskosten für Kinder, die am Programm „8 bis 1“ teilnehmen, sollen vom nächsten Schuljahr an steigen.

Die CDU-Fraktion meldet übrigens noch „Beratungsbedarf“ an, zumindest, was den Spitzenwert von 170 Euro angeht.

Ganztagsbetreuung in der Grundschule

Brutto-Jahreseinkommen Elternbeitrag bislang Elternbeitrag geplant Geplante Erhöhung
bis 13 000 € 0 € 0 € 0 €
bis 25 000 € 20 € 25 € 5 €
bis 37 000 € 45 € 50 € 5 €
bis 49 000 € 70 € 80 € 10 €
bis 61 000 € 85 € 100 € 15 €
bis 73 000 € 100 € 125 € 25 €
bis 85 000 € 100 € 150 € 50 €
bis 97 000 € 100 € 150 € 50 €
ab 97 000 € 100 € 170 € 70 €