Eine Schau für „Das Bild aus dem Karton“

Foto: Michael Dahlke

Eine Kamera steckt nicht nur im Handy, vielmehr lässt sie sich aus allen möglichen Materialien basteln: Dosen, Schuhkartons, Farbeimern oder Streichholzschachteln. Zumindest in der analogen Variante. 22 Studierende der Folkwang Universität der Künste haben es ausprobiert – und mit ihren selbstgebauten Lochkameras eigene Motive geschaffen. In jedem ersten Semester steht dabei die analoge Fotografie und das Experimentieren mit ihr auf dem Plan. Das aktuelle Ergebnis ist in der Ausstellung „Das Bild aus dem Karton“ in der Mülheimer Camera Obscura zu sehen.

Während viele mit dem Smartphone ein „Selfie“ nach dem anderen schießen, hat sich Johanna Senger an der analogen Selbstporträt-Variante ausprobiert. Aus einem Pappkarton baute sie eine Lochkamera. „Innen ist die Kiste dunkel, dann wird ein Loch hineingeschnitten und mit Folie überklebt“, erklärt die Studentin im ersten Semester. In diese Folie hat sie ein kleines Loch gestochen, das sich mit einer Klappe von Außen zudecken lässt. „Auf der gegenüberliegenden Seite wird im Inneren das Fotopapier aufgeklebt.“ Acht Minuten hat sie für die Belichtung gewählt, sich unbewegt vor die Kamera gestellt und neue Erfahrungen gesammelt: „Es ist ein bewussteres Fotografieren.“

„Es geht darum, das Verständnis für die analoge Fotografie zu schärfen und das Wissen um die Technik zu bewahren“, erklärt Gisela Bullacher, Professorin der Fotografie, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Dozent Peter Lütkemeyer die Studierenden bei der Ausstellungsplanung unterstützt.