Eine Posse um den Paternoster

Seit Montag steht der Paternoster im Deutschlandhaus in Essen still – zum Ärger der Nutzer.
Seit Montag steht der Paternoster im Deutschlandhaus in Essen still – zum Ärger der Nutzer.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Paternoster im Deutschlandhaus steht still. Inzwischen hat auch Andrea Nahles erkannt, dass der Paternoster eine Attraktion ist. Ein Kommentar.

Essen.. Als Unfallschwerpunkt ist der Paternoster im Deutschlandhaus noch nicht in Erscheinung getreten, trotzdem steht er einstweilen still. Und man kann den Unmut des Hauseigentümers verstehen, der das historische Transportmittel erst im vergangenen Jahr kostspielig hatte überholen lassen.

Nun soll er nur noch „eingewiesene Mitarbeiter“ mit dem Paternoster fahren lassen – Besucher ohne Fahrstuhl-Führerschein müssen draußen bleiben. Ob er nun Prüfungen abnehmen solle, fragte der Hauseigentümer spöttisch oder ob ein neues Warnschild reiche. Man könne doch nicht jeden vor der eigenen Dummheit schützen. Auch Stadtdirektor Best kündigte an, er werde jeden Versuch abschmettern, den Paternoster stillzulegen.

Der Paternoster ist eine Attraktion

Am Montag entschloss man sich dann doch, die Notbremse für den Paternoster zu ziehen. Mag das Verbot aus Berlin noch so übertrieben sein, das Risiko, für einen Verstoß oder gar einen etwaigen Unfall zu haften, mochte niemand in Kauf nehmen. Zumal die Unterscheidung zwischen Mitarbeitern und Besuchern vielleicht im Gesetzblatt funktioniert, nicht aber in der Praxis. So drohte tatsächlich das endgültige Aus für den Paternoster. Ob man bald ein Diplom zur Benutzung von Haushaltsleitern oder zum Überqueren von Zebrastreifen braucht?

Paternoster In Berlin dürfte man überrascht sein, dass viele Menschen, die mit der Verordnung geschützt werden sollen, eigens ins Deutschlandhaus kommen, um mit dem gefährlichen Lift zu fahren. Er ist eine Attraktion.

Inzwischen hat das auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erkannt, auf Facebook schwärmt sie: „Der Paternoster ist der VW Käfer unter den Aufzügen.“ Er habe Seltenheitswert, werde von den Menschen geliebt. Auf etwas Liebe darf nun auch Nahles hoffen: Am Montag kündigte sie an, die Verordnung zu ändern – künftig solle über die Sicherheit der Paternoster konkret vor Ort entschieden werden.