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Eine gemeinsame Sprache sprechen

06.04.2008 | 18:58 Uhr

GUTE BAUTEN - SCHLECHTE BAUTEN. Im Forum Kunst & Architektur gab's gestern die Preise - und bis 20. April eine Ausstellung.

Sie nahmen gestern zur Ausstellungseröffnung Ausgezeichnetes in den Blick (von links): Der zehnjährige Vincent, der seine Mutter Päivi Kataikko (1. Preis) vertrat, der Leiter der NRZ-Stadtredaktion Ulrich Führmann, Essens BDA-Chefin Christiane Voigt sowie Martin Langenbach (3. Preis) und Till Schraven (2. Preis). (NRZ-Fotos: Ulrich von Born / Remo B. Tietz)

Der Titel war durchaus mit Bedacht gewählt: "Gute Bauten - schlechte Bauten", das sollte auch ein bisschen an eine bekannte Vorabendserie im Fernsehen erinnern. Denn hier wie dort geht's ums richtige Leben, und wie schon bei den Turbulenzen auf der Mattscheibe sind die Bürger auch bei der Architektur zwischen Karnap und Kettwig leider allzu oft nur bloße Zuschauer.

Dass es auch anders geht, dass man über Bauten viel diskutieren und wenn's sein muss auch streiten kann, zeigte der Fotowettbewerb, zu dem der Bund Deutscher Architekten (BDA) und die NRZ eingeladen hatten. "Weg vom Geschmäcklerischen", hin zu einer fundierten Auseinandersetzung - das geht, versicherte Essens BDA-Chefin Christiane Voigt gestern bei der Eröffnung der "Gute Bauten - schlechte Bauten"-Ausstellung, mit der die Aktion jetzt im Forum Kunst & Architektur am Kopstadtplatz ihr Ende findet.

Stadt verspricht gute Zusammenarbeit

"Architekten können viel dazu beitragen, dass Profis und Laien eine gemeinsame Sprache sprechen", so Architektin Voigt, und auch eine Zeitung kann von ihren Leserinnen und Lesern eine Menge lernen, wie Ulrich Führmann, Leiter der NRZ-Stadtredaktion sagte.

Bester Beweis dafür sind die Arbeiten der von einer fünfköpfigen Jury ermittelten Preisträger, die gestern im Forum ausgezeichnet wurden. Den 3. Preis bekam Martin Langenbach, ein 46-jähriger Psychologe und Psychotherapeut aus Rüttenscheid, für seine Fotos verliehen. Der 2. Preis ging an Philosophie-Student Till Schraven, der soeben seine Doktorarbeit zur bundesdeutschen Rathausgeschichte der 60er und 70er - mit besonderem Blick auf Essen - vorgelegt hat. Und auf Rang eins kam Päivi Kataikko, eine 43-jährige Architektin und gebürtige Finnin, die auch an der Uni Dortmund lehrt und sich wegen einer beruflich bedingten Reise nach Wales gestern von Sohn Vincent vertreten ließ.

Weitere Anerkennungspreise erhalten in den nächsten Tagen Matias Holz, Sonja Medler, Peter Bankmann, Thomas Richter, Raimund Papierz, Friedhelm Mittmann, Rita Erlenbach, Herbert Koschorek, Werner Cüppers, Dieter Franitza, Feride Yaldizli und Sybille Weber.

Um das Interesse an guter Architektur auch in Politik und Verwaltung zu verankern, nutzte Architekt Wolfgang Zimmer gestern die Gelegenheit, einen Offenen Brief von gleich fünf Architekten-Verbänden an die Vertreter der Stadt zu überreichen: Darin ergreifen die Verbände die Initiative, einen Beirat für Stadtgestalt, kurz: Gestaltungsbeirat, zu gründen. Dieser soll der Stadt bei wesentlichen, stadtbildprägenden Bauten, Freiraumgestaltungen, Verkehrsanlagen und Bebauungs-Plänen beratend zur Seite stehen - ein seit zehn Jahren diskutiertes, aber bislang nie verwirklichtes Vorhaben.

Für die Stadt gratulierte Baudezernentin Simone Raskob den Architekten zu ihrem "langen Atem" bei diesem Projekt und machte Hoffnung: "Ich glaube, dass wir gut zusammenarbeiten werden." (woki) Die Ausstellung "Gute Bauten - schlechte Bauten" ist täglich außer montags im Forum Kunst & Architektur am Kopstadtplatz 12 zu sehen. Geöffnet sind die Räume dienstags bis freitags von 10 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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