Eine Frage der Erziehung

Ulrich Bogdahn berichtet von Einsätzen, in denen Angehörige nicht nachvollziehen konnten, warum ihr Kind nicht unverzüglich ins Krankenhaus gefahren wurde. Dabei sei es in diesen Fällen nötig gewesen, zunächst die Transportfähigkeit herzustellen. „Manche Nationalitäten reagieren in solchen Momenten sehr emotional. Es kommt auch vor, dass sich die Leute hinterher bei uns entschuldigen.“

Dezernent Kromberg hofft, genau hier ansetzen zu können. Der gelernte Jurist wünscht sich, dass „alle Institutionen, die auf einen Menschen einwirken können“, mithelfen, die Unversehrtheit der Bürger wieder stärker in der Gesellschaft zu verankern. „Ich bin so erzogen worden und ich erziehe auch meinen Sohn so, dass man Respekt vor anderen Menschen hat. Der Prozess muss also im Elternhaus beginnen.“

Nur noch mit Vollschutz unterwegs

Gleichzeitig will Kromberg über weitere Schutzmaßnahmen für die Einsatzkräfte nachdenken. Notfalls müssten die Beamten permanent einen Vollschutz tragen und den Wagen nur noch mit heruntergeklapptem Visier verlassen. „Letztendlich ist das aber nur passiver Schutz. Der Einsatz hat bei uns immer Vorrang, wir sind ja die, die retten sollen“, erklärt Kromberg.

Konkret bedeutet das, dass die Helfer keine Zeit haben, um Täter zu verfolgen oder sich etwa mit den Böller-Werfern auseinander zu setzen. Dafür habe man weder die Ausrüstung noch den gesetzlichen Auftrag. „Das ist Aufgabe der Polizei“, betont Feuerwehr-Chef Ulrich Bogdahn. Allerdings sei die häufig noch viel schlimmer dran, erklärt Dezernent Christian Kromberg.