Eine Ampel spielt verrückt

Ich muss zugeben: Manchmal liebe ich es, Verkehrsregeln zu brechen. Besonders gerne an roten Fußgängerampeln, wenn nicht mal aus der Ferne die Lichter eines Autos zu sehen sind, mich das kleine rote Männchen aber trotzdem dazu zwingen will, stehen zu bleiben. Sinnlose Zeitverschwendung nenne ich das. Während ich dann schnell über die Straße husche, rühren sich die meisten anderen Passanten aber nicht vom Fleck. Ganz brav. Ganz deutsch.

Im vergangenen Sommer in Stockholm habe ich meine Mitreisenden allerdings auch zum Regelbruch verführen können. Wobei: Eigentlich war es vielmehr die Ampel selbst, die ihnen keine andere Wahl gelassen hat. Wir stehen also zu Viert an besagter Ampel in der Innenstadt. Als kein Auto kommt, marschiere ich mal wieder drauf los. Und was machen meine Freunde? Sie bleiben stehen, na klar. Erst eine Minute, dann zwei, dann drei... bis sie irgendwann doch ganz ungeduldig werden. Einer nach dem anderen wechselt schließlich die Straßenseite, während die Ampel weiter in knalligem Rot leuchtet. Auch noch eine Stunde später. Vielleicht war es ein technischer Fehler. Vielleicht ein Gag von der Stadt. Vielleicht hatte das grüne Männchen aber auch einfach die Schnauze voll von den braven deutschen Touristen.