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Einbürgerung scheitert nicht am Wissenstest

10.09.2009 | 16:44 Uhr
Einbürgerung scheitert nicht am Wissenstest

Essen. Die meisten Teilnehmer bestehen den vor einem Jahr eingeführten Einbürgerungstest. Doch Experten kritisieren, dass sie dabei kaum nachhaltiges Wissen über die deutsche Gesellschaft erwerben. Von 33 Fragen müssen nur 17 richtig beantwortet werden.

Der Wirbel war groß, als Anfang September 2008 bundesweit ein Wissenstest für Ausländer, die sich um die deutsche Staatsbürgerschaft bemühen, eingeführt wurde. Ein Jahr später ist die vermeintlich unüberwindbare Hürde nicht mal mehr ein Stolperstein: 98 Prozent der Teilnehmer bestehen den Einbürgerungstest. Doch Zweifel an dem neuen Instrument bleiben.

Günter Hinken, der an der Volkshochschule (VHS) Essen die Tests durchführt und vorbereitende Kurse organisiert, klingt ernüchtert: „Von den 869 Testteilnehmern im vergangenen Jahr haben nur ein Prozent unseren Kurs belegt. Dabei betten wir die Fragen dort in geschichtliche Zusammenhänge ein und vermitteln nachhaltiges Wissen über unsere Gesellschaft.” Doch die Kosten von 25 Euro für die 16 Unterrichtsstunden werden nicht vom Bund übernommen; und die Einbürgerungswilligen sparen sich das Geld lieber, schließlich beträgt die Testgebühr bereits 25 Euro.

"Es wird wie für den Führerschein gebüffelt"

„Nach anfänglicher Nervosität hat sich in der Community inzwischen herumgesprochen, dass man sich auf den Test auch effizient wie auf eine Führerschein-Prüfung vorbereiten kann”, sagt Hinken. Die 300 Fragen händige die VHS den Teilnehmern aus, die Antworten fänden sich im Internet. Am Ende reiche es 17 von 33 Fragen richtig zu beantworten. „So bestehen sogar Menschen mit äußerst schlechten Deutschkenntnissen.” Zwar könne es sein, dass das Ausländeramt ihnen noch eine Sprachprüfung abverlange, der Test aber verfehle in dieser Form das im Gesetz behauptete Ziel: „Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse” zu überprüfen.

Ausländeramt erkennt Schulabschluss der VHS nicht an

Verärgert ist Günter Hinken über eine andere rechtliche Eigentümlichkeit: Wer hierzulande einen Abschluss an einer beliebigen allgemeinbildenden Schule erworben hat, ist vom Einbürgerungstest befreit. „Das gilt jedoch nicht für diejenigen, die bei uns einen Hauptschulabschluss nachholen. Dabei ist das ein staatlich anerkannter Schulabschluss, der natürlich auch von IHK und Arbeitgebern akzeptiert wird.” Weil die VHS aber keine allgemeinbildende Schule sei, verlange das Essener Ausländeramt mit Verweis auf den Gesetzestext, dass deren Absolventen an dem Test teilnehmen. „Dabei haben die ein Jahr lang gut 20 Stunden wöchentlich hier die Schulbank gedrückt und gute geschichtliche Kenntnisse erworben.” Kurz: Sie haben eigentlich genau das geleistet, was der Staat von seinen Neu-Bürgern erwartet.

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Christina Wandt

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Kommentare
11.09.2009
13:08
Einbürgerung scheitert nicht am Wissenstest
von Erwin Lottermann | #3

Die Einbürgerungsurkunde kostet meines Wissens alleine schon € 300,00
Eine simple Geburtsurkunde, die man zum Heiraten braucht, € 10,00, und dann ist die auch nur 6 Monate gültig !
Mit solchen Gebühren und Zwangsungültigkeiten bezahlen wir Bürger unsere verwaltungen, und das zusätzlich zu den Steuergeldern.

11.09.2009
11:24
Einbürgerung scheitert nicht am Wissenstest
von mao | #2

@#1
Wer verdient denn an 25 € für 16 Unterrichtsstunden?
Vergleichen Sie das mal mit den Kosten der Theoriestunden für die Führerscheinprüfung. da zahlen sie schnell ein Vielfaches.

10.09.2009
17:52
Einbürgerung scheitert nicht am Wissenstest
von Erwin Lottermann | #1

Es geht auch gar nicht wirklich um die Integration von Ausländern, sondern nur um einen bürokratischen Verwaltungakt, der mit seinen Gebühren Geld in die klammen Kommunalkassen bringen soll. Gleichfalls hat man ein paar Beamte/Angestellte wieder eine zeitlang beschäftigt.
Prima!

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