Ein unaufgeregter Experte

Auf der Höhe..  In der Aktionsgruppe Essen ist Georg Regniet zweifellos der Mann für die Zahlen. Der gebürtige Hertener hat Statistik studiert und arbeitet bei der Telekom in Bonn - analytisches Controlling ist sein Thema. Und wenn es um Analysen in Sachen Flughafendaten geht, könnte er problemlos stundenlange Vorträge halten. Er kennt sich aus, ist im Laufe der Jahre zu einem Experten geworden.

Georg Regniet ist 2003 der Liebe wegen nach Kettwig gezogen, wohnt in Auf der Höhe. Der Fluglärm hat ihn von Beginn an gestört. Als der Flughafen Düsseldorf eine Kapazitätserweiterung plante, die Zahl der Flugbewegungen erhöhen wollte, gründete sich die Aktionsgruppe. Und Georg Regniet war dabei. Das kostet Zeit. Viel Zeit. Sein ehrenamtliches Engagement lässt kaum Freiraum für Hobby. Und wenn, dann wandert er gern, geht joggen, liest gern historische Romane oder - wenn wundert’s - Romane mit wissenschaftlichem Hintergrund.

Fluglärm macht krank

Er engagiert sich unaufgeregt, überzeugt immer durch enormes Wissen. „Mir ist diese Sache so wichtig, weil Fluglärm erwiesenermaßen krankt macht. Wir müssen uns wehren, wenn es - wie im Fall des Düsseldorfer Flughafens - nur um Wirtschaftlichkeit geht.“

Der 53-Jährige arbeitet viel von zu Hause aus. „Und wenn ich telefonieren muss, mache ich die Fenster zu. Wenn Flugzeuge kommen, kann man nichts mehr verstehen.“ Wenn sie von der Südbahn starten, fliegen sie an Georg Regniets Wohnzimmerfenster vorbei, geht’s von der Nordbahn los, fliegen sie an Küche und Schlafzimmer vorbei. Wie alle anderen Fluglärmgegner hat auch er nichts gegen das Fliegen generell, „aber die Nachtruhe muss gewahrt bleiben. Und Kurzstrecken sind Unsinn.“

Zum Urlaub nach Sardinien ist er übrigens mit dem Auto und der Fähre gereist.