Ein Stromstoß für die Energiestadt
20.06.2007 | 08:45 Uhr 2007-06-20T08:45:27+0200WIRTSCHAFT. RWE-Töchter "Trading", "Gas Midstream" und " Key Account" beziehen Neubau auf historischem Areal des Konzerns.
Die Kino-Bilder haben noch alle im Kopf - aus "Wall Street" etwa oder "Fegefeuer der Eitelkeiten". Und wenn einem auch noch ein bisschen die Phantasie fehlt, sich Gordon Gekko und Sherman McCoy im Essener Nordviertel vorzustellen - Ende 2008 ist es soweit. Dann nehmen in einem sieben Meter hohen, mit Computern nur so vollgestopften Handelsraum gut 250 hochbezahlte Energiehändler an der Altenessener Straße ihre Arbeit auf. Dieser börsenähnliche "Energy Trading Floor" wird der größte seiner Art in Europa sein - ein Stromstoß zweifelsohne für die Energiestadt Essen.
Der Handelsraum ist dabei nur das Kernstück eines fünfgeschossigen Neubaus auf historischem RWE-Areal: Drei Töchter des RWE-Konzerns werden hier mit insgesamt gut 700 Mitarbeitern einen neuen Arbeitsplatz finden - die Führungsgesellschaft für den Energiehandel RWE Trading GmbH, die im Gas-Geschäft tätige RWE Gas Midstream GmbH, die für rund 400 industrielle Großkunden zuständige RWE Key Account GmbH und dazu Mitarbeiter von RWE Power.
Schon im Spätherbst vergangenen Jahres hatte RWE seine Idee für ein "Energie-Quartier" zwischen Grillo-, Gladbecker und Altenessener Straße vorgestellt, doch damals wiegelte man Hoffnungen auf baldige Aktivitäten noch ab: Von einer "Vision" war da noch die Rede, aber die wird nun schneller Wirklichkeit, als sich mancher das dachte: Noch im Juli soll für den vom renommierten Kölner Architekturbüro Kaspar Kraemer entworfenen Bau der erste Spatenstich erfolgen, die Fertigstellung des Komplexes ist für Ende kommenden Jahres geplant.
Das neue Domizil mit der Adresse Altenessener Straße 17-39 wird auf einem jetzt als Parkplatz genutzten Areal entstehen - in Sichtweite von Victoria Mathias, der historischen Keimzelle des heutigen Energieriesen RWE. Der hatte vorab, wie es gestern hieß, eine ganze Reihe von Standorten NRW-weit geprüft, doch "zum Schluss blieb Essen erste Wahl" hieß es gestern: "Alternative Citylagen", so Andreas Faenger von RWE Systems Immobilien, "boten keinen ausreichenden Platz". Der Neubau auf Konzern-eigenem Areal, nicht weit von der Innenstadt, lieferte beste Bedingungen und die wirtschaftlichste Lösung. Bis zu 800 Beschäftigte finden im Neubau Platz. Ansonsten: Das Quartier ist groß genug...
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