Ein starker Markenname

Was braucht man neben griffigen Stammtischparolen mit einem Schuss Angst, um eine Bewegung mit zweifelhaftem Menschenbild zum Erfolg zu führen? Richtig, eine ebenso griffige Abkürzung. Eine, die leicht über die Lippen geht und in zigfachen Abwandlungen auf so ziemlich jede Stadt übertragbar ist.

Man kann über Pegida sagen, was man will – in Sachen PR haben die „patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und ihres Zeichens Kämpfer gegen die „Lügenpresse“ alles richtig gemacht: Pegida klingt nach einem Markennamen mit Wiedererkennungswert. Eine Pizza Pegida bitte. Mit alles. Und wandelbar ist er eben auch, wie die zahlreichen Ableger Kögida (Köln), Kagida (Kassel), Dügida (Düsseldorf) oder Bogida (Bonn) eindrucksvoll dokumentieren.

Fragt sich, was die Patrioten in einer Stadt wie Pforzheim oder Castrop-Rauxel machen. Pforzgida? Klingt wie eine ansteckende Darmkrankheit.

Zu einem „Egida“-Aufmarsch ist es in Essen bislang noch nicht gekommen und ich hätte persönlich nichts dagegen, wenn das auch so bleibt. Eher warte ich da noch auf die Gründung der „Egdiva“ – „Essen gegen die Verblödung des Abendlandes.“ Da würde ich sofort mitmarschieren.