Ein Prösterchen auf Batman

Altenessen..  Eines vorweg: Batman-Darsteller Christian Bale ist am Donnerstagnachmittag nicht bei der Besichtigung der Stauder-Brauerei dabei. Der gebürtige Waliser hatte seinerzeit auf einer Pressekonferenz von dem Pils aus Altenessen-Nord geschwärmt. Die Firmeninhaber wurden durch unsere Zeitung darauf aufmerksam. Stauder lud den Leinwand-Helden daraufhin wegen seines guten Geschmacks via Facebook zu einer Besichtigung ein.

„Ein kleiner Scherz, der einiges in Bewegung gesetzt hat“, schmunzelt Thomas Stauder, der mit seinem Vetter Axel das Familienunternehmen führt. In Bewegung gesetzt hatte die Einladung auch Irene Pergher (68). Sie schrieb an unsere Redaktion und fragte, warum sie nicht eingeladen werden würde, denn sie habe – wie Christian Bale – ebenfalls einen guten (Bier-)Geschmack. Gesagt, getan. Die Stauder-Vettern boten eine Besichtigung an. Unsere Zeitung verloste die Teilnehmerplätze.

Und so treffen sich Bierfreunde und -freundinnen am Donnerstag auf dem Hof des Familienunternehmens zur Führung und werden von den beiden Geschäftsführern begrüßt. Nach einem kurzen Filmchen mit einem firmeneigenen „Aperitif“ übers Brauen, geht es treppauf, treppab durch die Firmengebäude – angeführt von Axel Stauder, der die 25-köpfige Gruppe an jeder Station mit Informationen versorgt. Malz, Hopfen, Bierhefe und Wasser – aus diesen vier Zutaten entsteht in einem aufwendigen Prozess der „Gerstensaft“. „Für Pils ist weiches Wasser wichtig“, erklärt Axel Stauder im Sudhaus, dem Herzstück, wo der Charakter des Bieres festgelegt wird. „Das beste Bier ist ein gezapftes“, sagt Irene Pergher. Und herb müsse es sein. Das, was sie und die anderen auf der Tour erfahren, verfolgt sie aufmerksam. „Man kennt ja nur, was aus dem Hahn kommt. Man macht sich ja keine Gedanken darüber, was alles dahintersteckt.“ Axel Stauder räumt derweil mit der Vorstellung auf, dass ein gut gezapftes Bier sieben Minuten brauche. „Bei den früheren Hähnen war das mal so“, erzählt der 48-Jährige. Heute würden so genannte Kompensatorhähne benutzt. Zieht man den Hahn nach hinten, läuft das blanke Bier ins Glas. Will man dem Ganzen am Ende eine Schaumkrone aufsetzen, muss man den Hahn nach hinten drücken. Wer will, darf sich an einer Station selbst ein Bier zapfen. Irene Pergher greift auch zum Zapfhahn. Allerdings für ihre Freundin, denn sie selbst faste ja gerade. „Das Alkoholfreie schmeckt aber auch ganz gut, wenn auch nicht ganz so gut wie das richtige“, bemerkt sie mit einem Lächeln.

Über die Stelle, wo die Flaschen gereinigt und später wieder befüllt werden, ging es weiter zum Endpunkt des Rundgangs: der Verkostung. Gut ein Drittel Liter Bier trinkt jeder Deutsche im Schnitt am Tag. Die Gruppe ist heute sicher überdurchschnittlich.

Nach der Verkostung geht es für Irene Pergher ganz normal nach Hause mit dem Pkw. Das Bat-Mobil steht ja auch nicht vor der Tür.