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Ein Platz an der Sonne

11.10.2007 | 19:57 Uhr

UMWELT. Das Haus von Martin und Marta Schloß in Haarzopf verbraucht ganz wenig Energie - dafür wurde es ausgezeichnet.

Da stand er nun in seinem Keller, inmitten dieser hochmodernen, höchsteffizienten und umweltschonenden Heiztechnik. Draußen wurde es zum ersten Mal kalt. "Und ich hab' die Heizung nicht angekriegt." Martin Schloß muss herzhaft lachen. Inzwischen weiß er, wie's geht. Und beim Blick auf die kleine digitale Anzeige an der Wand wird das Lächeln des 50-Jährigen noch breiter. Das graue Kästchen zeigt an, wieviel Sonnen-Energie die Vakuumröhrenkollektoren vom Dach in den Warmwasserspeicher einspeisen. "Neun Kilowatt hat die Anlage heute abgeerntet", strahlt der Hausherr.

"Jeder kann was tun"

Das Einfamilienhaus von Martin und Marita Schloß in Haarzopf ist ein Musterbeispiel an Energieeffizienz. Als solches wurde es gestern von Wirtschaftsministerin Christa Thoben ausgezeichnet. "Wir brauchen ganz viele solche Beispiele", sagt die Ministerin beim Hausbesuch an der Straße Am Haus Stein. "Damit möglichst viele mitmachen. Denn jeder kann was tun." Fernsehkameras halten den Moment im Bilde fest. "Halt drauf", ruft Mutter Schloß ihrem Sohn Jacob zu. Auch der drückt auf den Auslöser. Für die Familie ist das ein großer Augenblick. "Ich bin stolz", sagt Martin Schloß.

Es ist noch kein Jahr her, da war die Doppelhaushälfte, Baujahr 1957, ein düsteres, verbautes Eigenheim mit zugigen Fenstern und einer äußerst appetitfreudigen Ölheizung. Martin und Marita Schloß entschlossen sich, ihr Traumhaus von Grund auf zu sanieren. Fenster und Türen wurden ausgetauscht, das Dach isoliert, die Außenwände gedämmt. Die nimmersatte Ölheizung kam raus. Nun wird Wärme aus drei Quellen gewonnen: Aus der Solaranlage auf dem Dach, aus einer Gasbrennwertheizung, die auch Abgaswärme nutzt, und durch einen Holzofen, der es im Wohnzimmer-Anbau nicht nur mollig warm werden lässt, sondern auch noch das Wasser erwärmt. "Ein Spielzeug", sagt Martin Schloß. Immerhin 70 Prozent der Ofen-Wärme wandert in den 660 Liter fassenden Pufferspeicher im Keller.

Wieviel Geld die dreiköpfige Familie einspart? Martin Schloß weiß es nicht, ihm fehle der Vergleich zu früher, als die alleinstehende Vorbesitzerin noch Heinzöl verfeuerte. Nur soviel: 3500 Kilowattstunden pro Jahr beträgt der Durchschnittsverbrauch bei 90 Quadratmetern Wohnfläche. "Ein Drittel davon erwirtschaften wir selbst", sagt der Hausherr und meint mit "wir" die Heiztechnik. "Früher", erinnert sich Martin Schloß, "haben wir in einer Wohnung mit Durchlauferhitzer gelebt. Wenn ich da duschen gegangen bin, hab' ich ins Portemonnaie geguckt."

Auch die schöne neue Welt gibt's natürlich nicht zum Nulltarif. 50 000 Euro haben die Schloß' in die energetische Sanierung ihres Hauses investiert. "Wir haben Glück gehabt", sagt Martin Schloß und meint auch Glück, finanziell dazu in der Lage gewesen zu sein.

Und warum ließ sich die Heizung beim ersten Versuch nicht gleich in Gang bringen? Martin Schloß lächelt. Kleine Ursache, große Wirkung: "Die Handwerker hatten einfach vergessen, die Ventile der Heizkörper aufzudrehen."Was müssen Hausbesitzer bei einer Sanierung einer alten Heizung bedenken? Wie verwandeln Sie auch Ihr Eigenheim in ein Energiesparhaus? Diese und andere Fragen beantwortet die Energieagentur NRW am heutigen Freitag, 12. Oktober, zwischen 11.30 und 12.30 Uhr unter Tel: 0180 3100 111 (9 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz). Infos zum Thema auch unter: www.energiesparer.nrw.de oder beim Umweltamt unter Tel: 88 59 219.

MARCUS SCHYMICZEK

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