Ein Navi nur für die Brummi-Fahrer

Das neue Vorrangrouten-System für Lkw-Fahrer schließt Straßen mit niedrigen Brücken aus.
Das neue Vorrangrouten-System für Lkw-Fahrer schließt Straßen mit niedrigen Brücken aus.
Foto: WAZ FotoPool
Das Projekt von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr soll voraussichtlich schon im nächsten Monat starten. Lkw-Fahrer werden auf Vorrang-Routen durch oder an Essen vorbei gelotst. So soll die Luftbelastung verringert werden

Essen.. Lastwagen machen Dreck, Lärm, verschmutzen die Luft, verursachen Staus und erhöhen den Verschleiß des Straßenbelages. Trotz allem: Verzichten kann man auf sie nicht. Aber man kann den Lkw-Verkehr in Essen verringern.

Denn viele gerade auswärtige Brummi-Fahrer benutzen in Essen ungeeignete Routen, die auch durch Wohngebiete führen. Zumal der ein oder andere ortsunkundige Fahrer sich im Nu verirrt und lange braucht, bis er wieder auf dem richtigen Weg ist.

Teil des Luftreinhalteplan

Deshalb wird voraussichtlich schon im nächsten Monat ein Lkw-Navigationssystem für Essen und das Ruhrgebiet eingeführt, das den Fahrern einfach und unkompliziert die beste Route zum Ziel zeigt. Und beim Durchgangsverkehr möglichst auf der Autobahn an der Stadt vorbei.

Dieses Lkw-Navigationsprojekt ist Bestandteil des Luftreinhalteplanes Ruhrgebiet. Die Essener Umweltdezernentin Simone Raskob glaubt, dass damit die Luftbelastung in der Stadt weiter verringert wird, wenn sich die neue Software tatsächlich durchsetzen sollte.

Erfolge werden erst spät zu sehen sein

Die Stadt Essen ist bereits seit 2012 am Kooperationsprojekt der Wirtschaftsförderung metropoleruhr beteiligt. Insgesamt 36 Kommunen haben sich angeschlossen. Das Essener Rathaus stellte im Vorjahr seine Datensätze für die empfohlenen Lkw-Routen zur Verfügung, das an die Essener Nokia-Tochter HERE übergeben wurde.

Bei den Empfehlungen handelt es sich in erster Linie um Autobahnabschnitte, danach folgen Bundes- und ausgesuchte Hauptstraßen. Verkehrsadern, die unter niedrige Brücken und durch dicht besiedelte Stadtteile führen sowie Straßen mit bereits hoher Luftbelastung wurden von der Vorrangliste ausgeschlossen. Denn genau dorthin sollen die Brummi-Fahrer möglichst nicht fahren.

Die Datensätze der Kommunen wurden für die gängigen Navi-Hersteller installiert und laufen seit dem Vorjahr im Testbetrieb. In wenigen Wochen soll der Verkauf im Handel beginnen. Sobald die letzten Praxistests abgeschlossen sind, will metropoleruhr offiziell den Start bekannt geben. Dann muss sich das Produkt aber erst auf dem Markt behaupten. Es wird also noch dauern, bis in Essen sichtbare Erfolge zu verzeichnen sind.

Erfahrungen in Dortmund und Hamm gesammelt

Dass solche Lkw-Navis mit empfohlenen Strecken Sinn machen, darüber besteht kein Zweifel. Denn metropoleruhr fand bei Untersuchungen in Hamm und Dortmund schon vor fünf Jahren heraus, dass viele Lkw-Fahrer aus Unwissenheit ganz andere Routen fuhren, als von den beiden Städten empfohlen wurden.

Der Umweltausschuss der Stadt Essen wird in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 22. Januar, über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Die öffentliche Sitzung beginnt um neun Uhr früh im Rathaus am Porscheplatz im Sitzungssaal Sunderland.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE