Ein Mordfall, der wieder die Justiz beschäftigt

Aus der WAZ vom 24. April 1985:.  In der Straße Sundernholz in Stadtwald wird die Leiche eines siebenjährigen Jungen gefunden, der zwei Tage zuvor als vermisst gemeldet worden war. Die Leiche weist Verletzungen am Hals auf, ist teilweise entkleidet. Wenig später nimmt die Polizei einen Tatverdächtigen fest: Dirk K., damals 21 Jahre alt, geistig behindert, aus der Nachbarschaft des Jungen. Er liefert ein Geständnis ab, widerruft es aber später. Im November 1986 wird er wegen Mordes verurteilt, in die Psychiatrie eingewiesen.

In diesem Jahr, Anfang 2015, wird bekannt, dass der Fall neu aufgerollt werden könnte – dass Dirk K. seit knapp 30 Jahren unschuldig im Gefängnis sitzen könnte. Denn ein zweiter Tatverdächtiger war mittlerweile aufgetaucht, mit einem Geständnis. Wie das einzuschätzen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ein Hamburger Anwalt hat mittlerweile erwirkt, dass das Dortmunder Landgericht den Fall neu bewerten muss: So ist die Justiz heute immer noch mit dem Fall beschäftigt, der damals, im April 1985, für Entsetzen sorgte. Der Siebenjährige war seinem Mörder, so viel steht fest, auf dem Spielplatz begegnet.