Ein Mittler zwischen den Kulturen

Altendorf..  Kenneth Najeme hat ein großes Herz: Der Kameruner, der seit 2007 in Essen lebt und arbeitet, engagiert sich seit sieben Jahren für die Integration seiner afrikanischen Landsleute. Dafür hat er extra den Verein „Afrika Kultur und Wohlfahrt e.V.“ gegründet. „Wir bieten Computerkurse, Nachhilfe, Lernförderung, organisieren Feste und Ausflüge, begleiten bei Behördengängen, stellen Übersetzer und fördern auch Entwicklungsprojekte in Afrika“, zählt der studierte Betriebswissenschaftler das breite Spektrum seines Vereines auf, das regelmäßig von mehr als 600 Essenern mit Migrationshintergrund genutzt wird.

Das Bedürfnis, sich sozial und auch gesellschaftspolitisch einzumischen, hatte Kenneth Najeme schon zur Studentenzeit. „Ich habe in Halle studiert und saß dort im Ausländerbeirat“, erzählt der zweifache Vater, der nach dem Studium ein Reisebüro auf der Altendorfer Straße eröffnete. Schon nach den ersten Kontakten mit Landsleuten und Anwohnern war ihm klar, „dass wir hier etwas tun müssen“.

Mitstreiter traf er nicht nur in der afrikanischen Community sondern auch in der Bezirksvertretung und in den Gemeinden. So finden ein Großteil der Angebote im Altendorfer Treff und im katholischen Gemeindezentrum St. Marien statt.

Einen großen Förderbedarf sieht Najeme bei den Vorschulkindern mit Migrationshintergrund. „Wir werden uns im neuen Jahr mit dem Jugendamt und der Jugendhilfe zusammensetzen, um gerade für die Jüngsten ein Konzept auszuarbeiten.“ Die Nachfrage sei enorm, weiß der Geschäftsmann, der noch ein zweites Großprojekt im neuen Jahr angehen will: „Wir würden gerne ein interkulturelles Zentrum gründen.“ Dort will er nicht nur Deutsch- oder Nähkurse anbieten, „es soll auch ein Ort sein, wo man sich trifft“. Noch fehlt dafür das Geld und der geeignete Ort, doch Najeme ist optimistisch, dass sich beides findet. „Es tut sich immer ein Weg auf“, lautet seine Devise.

Für 2015 stehen bereits einige Termine fest: So ist am 4. Juli ein großes Kinderfest geplant, es wird wieder eine Weihnachtsfeier geben und auch der African Nations Cup wird im Sommer auf dem Sportplatz an der Haedenkampstraße ausgetragen. „Das ist einer der echten Höhepunkte des Vereins.“

Dann treten acht Mannschaften aus acht afrikanischen Ländern im Fußball gegeneinander an. „Das ganze Turnier dauert acht Wochen und macht allen Beteiligten und Zuschauern ungeheuer viel Spaß.“