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Ein Lächeln geht um die Welt

29.06.2008 | 22:16 Uhr

KULTUR. In Altenessen wurde die "Miss Tansania Schengen 2008" gewählt. Endauswahl ist in ein paar Wochen in Daressalaam.

Die Jury hatte zwischen diesen im Ausland lebenden Schönheiten Tansanias die Wahl. Lucy Mwiza Fundikira (2.v.l.) bekam am Ende die Krone. (NRZ-Fotos: uvb)Mit Haltung: Lucy Fundikira

Tansania ist mit etlichen Naturschönheiten gesegnet: etwa mit der auch in unseren Breitengraden viel besungenen Paradiesinsel Sansibar, dem majestätischen und höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, einem Großteil des Viktoriasees, dem Nationalpark Serengeti und mit Lucy Mwiza Fundikira. Die Tansanierin lebt in den Niederlanden, aber zur "Miss Tansania Schengen 2008" wurde sie am Samstagabend in Altenessen gewählt, genauer: im Internationalen Veranstaltungszentrum an der Riedingerstraße. Weil Nachrichten dieser Art gleich mehrere Fragen auf einmal aufwerfen, fangen wir ganz von vorne an, nämlich bei Nashe Mvungi.

Nashe Mvungi ist selber eine attraktive Frau, die nicht über Laufstege schreitet, sondern eher als Hans Dampf durch alle Gassen fegt. Quasi in ihrer Freizeit hat die 29-Jährige Wahlessenerin und Fachhochschul-Studentin der Medieninformatik in Gelsenkirchen diesen Schönheitsbewerb initiiert.

Aber warum in Aphrodites Namen fahndet Tansania im Ausland nach den schönsten Frauen der Nation? "Bei den letzten Miss-World-Wahlen ist unser Land noch nicht einmal unter die Top-40 gekommen", weiß Nashe Mvungi.

Anforderungen an eine Schönheit

Die Gründe für das schlechte Abschneiden seien aber nicht in etwaigen optischen Mangelerscheinungen der Landesschönheiten zu suchen, sondern eher bei den sogenannten weichen Faktoren wie fehlende Fremdsprachkenntnisse und eine gewisse Unerfahrenheit im Auftritt gegenüber Menschen aus anderen Nationen. Beides brächten Tansanias Perlen im Ausland mit, was dem ostafrikanischen Land einen Wettbewerbsvorteil in Sachen Schönheit verschaffen könnte. "Sie glauben doch nicht, dass es bei einer Miss-Wahl nur auf Äußerlichkeiten ankommt?", fragt Nashe Mvungi.

Weil ein Schönheitswettbewerb aber immer noch ein Schönheitswettbewerb ist, müssen sich die fünf Bewerberinnen auf dem schmalen Laufsteg vor allem von einer Seite präsentieren: von ihrer schönsten. Mal tanzend im T-Shirt des Hauptsponsors (einer Fluggesellschaft), dann stöckelnd im Badeanzug und schließlich wieder tanzend, aber diesmal in landestypischer Tracht und, Wasserkrüge auf dem Kopf balancierend. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Und das unter den kritischen Blicken von 200 Zuschauern und einer dreiköpfigen Jury. Hier sitzt auch Getrude Mgimwa. "Die Mädchen hatten nur drei Tage Zeit zum Üben, dafür machen sie es nicht schlecht", urteilt die Miss Tansania 2002 streng und fügt hinzu: "Wenn sie unser Land in der Welt vertreten wollen, müssen sie sich steigern."

Weniger eng, aber nicht minder patriotisch sieht es Mina von Schamann. "Ich bin jedes Mal nervös wenn ich auf die Bühne muss, aber ich mache es gern für mein Land", sagt die 37-Jährige. Und wenn es nicht klappen sollte mit dem ersten Preis? "Dann hat es trotzdem Spaß gemacht", sagt Mina von Schamann, die 1994 von Tansania nach Düsseldorf kam.

Tatsächlich gewinnt den ersten Preis und damit die Berechtigung zur Teilnahme an der Miss-Tansania-Wahl in ein paar Wochen in Daressalaam die in den Niederlanden lebende Lucy Mwiza Fundikira. Die Krone setzt ihr der tansanische Botschafter auf, seine Exzellenz Ahmada Ngemera.

Als Krönung des Abends erweist sich dann aber Ali Kiba. Während er am Samstag in Altenessen die Halle zum Überkochen bringt, wird er in seiner afrikanischen Heimat zeitgleich zum besten Musiker Tansanias gewählt. Und so gehen an diesem Abend irgendwie alle als Gewinner nach Hause.

TANSANIASeine Unabhängigkeit von der Mandatsmacht Großbritannien erlangte die "Vereinigte Republik Tansania" im Jahr 1961. Die Hauptstadt ist Dodoma, der Regierungssitz befindet sich in der größten Stadt des Landes, Daressalaam. 37 Millionen Einwohner zählt das Land am Indischen Ozean. In Deutschland leben nur rund 700 Tansanier.

NIKOLAOS GEORGAKIS

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