Ein intimes Vergnügen mit „Rü2Musik“

Beim Pokern geht ein „Smith & Wesson“ über vier Asse, im Musikgeschehen dagegen ein sonnig-warmer Abend über jedes noch so spannende und garantiert einmalige Klangabenteuer. Ein solches bot traditionsgemäß „Rü2Musik“ im Filmstudio Glückauf mit der großartigen Vokalistin Christiane Hommelsheim. Und wie erhofft, brachte die Berliner Performance-Künstlerin, die bei Ulrike Rosenbach studiert hatte, unerhört neue und so noch nicht in der ambitionierten Reihe vertretene Soundscapes mit.


Wirkmächtig gelooptes Schnurren, Schnattern und Fauchen verband sich da vor der Kino-gerechten Kulisse stimmungsvoller Schwarzweiß-Projektionen mit schnörkellos-schönen Melodien zu funkelnden Preziosen von eindringlicher Strahlkraft. Eine faszinierende Melange, in der sich choralische Flächigkeit, atemhaft herausgestoßene Rhythm-Pattern und souverän zwischen mädchenhaftem Singer-/Songwriter-Duktus und exaltiertem Überschwang wohlausbalancierter Stimmakrobatik mit oft lakonisch erzählten Geschichten hinreißend addierten. Ein intimes Vergnügen voller poetischer Momente.


Die waren im zweiten Set mit der dreiköpfigen Rü2Band, in der diesmal Ralf Haarmann am Bass den stärksten Eindruck hinterließ, eher rar. Und doch gelang es wie stets bei Rü2Musik, zu gemeinsamer Klangsprache zu finden, die so nur im Filmstudio Glückauf zu erleben ist.