Ein Blick in den Borbecker Initiativkreis

Das Büro des Initiativkreises Centrum Borbeck (CeBo) liegt an der Marktstraße, etwas versteckt in einem Innenhof. Plakate von Veranstaltungen hängen an den Wänden, Flyer und Unterlagen stapeln sich auf den Tischen, Telefon und Türklingel wechseln sich ab – geschäftig wirkt die Szenerie. Und das ist sie auch. Was Klaudia Ortkemper und ihre Mitstreiter im Namen des CeBo für den Stadtteil organisieren, nimmt jeder in Borbeck wahr: Autoschau, Marktfest, Lichtwochen und so weiter… Die Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen.

Die Arbeit, die die erste Vorsitzende in den Verein und die vielen Aktionen steckt, die nimmt aber längst nicht jeder in Borbeck wahr. Sie findet versteckt im kleinen Hinterhofbüro an der Marktstraße statt. Rund 50 Stunden sind es jeden Monat, die Klaudia Ortkemper investiert.

85 Mitglieder hat der CeBo

Eine Investition, die sich lohnt. Der Verein hat rund 85 Mitglieder – es springen mal welche ab, dafür kommen neue hinzu. Es sind Kaufleute, Immobilienbesitzer, Freiberufler und überzeugte Borbecker, die sich im CeBo engagieren. Es geht darum, den Stadtteil Borbeck nach vorne zu bringen, dafür zu sorgen, dass er attraktiv bleibt für die Menschen, die hier leben und arbeiten.

Dass das oft nicht einfach ist, hat Klaudia Ortkemper in 18 Jahren, beim CeBo, gelernt. Ein Gastronom fragte sie mal, warum er so viel für die Außenfläche beim Marktfest zahlen müsse. Ihre Antwort: „Gebühren, Reinigung, Werbung, Künstlergagen und das Feuerwerk müssen wir davon finanzieren.“ Die Kosten, die der CeBo hat, müssen in jedem Fall gedeckt sein. „Wenn wir Überschuss haben, dann stecken wir ihn in die Weihnachtsbeleuchtung“, so Ortkemper.

Kreativwettbewerb gewonnen

Die Veranstaltungen, die über das Jahr hinweg laufen, greifen alle ineinander. Was das bedeutet, wurde beim Marktfest im vergangenen Jahr deutlich. Durch Sturmtief „Ela“ stand einige Wochen die Veranstaltung auf der Kippe. Letztendlich konnte sie stattfinden. Die Einnahmen, die dem CeBo dadurch verloren gegangen wären, hätten bei anderen Aktionen gefehlt.

Die Veranstaltungen sind der eine Teil der Arbeit, aber der CeBo macht noch mehr. Ein großes Projekt, das der Verein demnächst realisiert, ist das Konzept „Borbecker Ecken - entdecken!“ Damit gewann der CeBo 2014 den Kreativwettbewerb der Stadt für den Bezirk. Es handelt sich um einen kleinen Faltplan, der Besuchern Orientierung in Borbeck geben soll. Im Juni oder Juli soll er erscheinen. Derzeit ist der CeBo noch mit der Konzeption beschäftigt. Es wird geschaut, welche Geschäfte sich auf dem Plan verewigen.

Dauerthemen sind Leerstand und Sauberkeit im Stadtteil. Auch hier ist der CeBo aktiv.

Einsatz gegen Leerstände

Gerade bei Leerständen hat der Verein den Vorteil, dass auch Immobilienbesitzer beim CeBo vertreten sind. „Ein Problem ist aber oft, dass einige Eigentümer nicht aus Borbeck kommen“, sagt Ortkemper. Sie sitzen in Frankfurt oder an anderen Orten in Deutschland. Das führe nicht selten dazu, dass Mieten veranschlagt werden, die sich im Stadtteil nicht durchsetzen können. „Wenn ein Ladenlokal leer steht, dann ist das vor allem schade für die Geschäfte links und rechts daneben“, so die Vorsitzende des CeBo.

Ein größerer Leerstand gehört jetzt aber der Vergangenheit an. In den alten Kaisers-Räumen hat jüngst die Drogeriemarkt-Kette Dm eine Filiale eröffnet. „Wir waren nicht froh, dass der Kaisers geschlossen hat, aber das sich dadurch Dm wieder ansiedeln konnte, begrüßen wir“, sagt Klaudia Ortkemper.

Was Sauberkeit betrifft, da hat die engagierte Frau eine klare Meinung. „Wir haben festgestellt, dass dort, wo einmal Müll liegt, immer neuer dazu kommt.“ Das ist nicht gut für das Stadtbild. Deswegen ist der CeBo auch beim Runden Tisch „Borbeck – sauber & sicher!“ dabei, bei dem sich verschiedene Organisationen aus dem Stadtteil für mehr Sauberkeit und Sicherheit einsetzen. „Gemeinsam sind wir stark“, sagt Ortkemper. Den Stadtteil sieht sie auf einem guten Kurs.

Aber es gibt auch noch einige Wünsche, die Klaudia Ortkemper für Borbeck hat. Mehr Modegeschäfte sähe sie gerne. Und Gastronomie, die junge Menschen anzieht, fehlt. Auch würde sich die CeBo-Chefin freuen, wenn mehr Filialisten sich im Verein engagieren würden. Sie werden zwar immer bei Veranstaltungen angeschrieben, aber die Resonanz ist meist gering.

Ein Leben für Borbeck

Und warum macht Klaudia Ortkemper das alles? Sie selbst ist in Borbeck geboren, hier zur Schule gegangen und hat immer vor Ort gelebt und gearbeitet. „Ich hänge deswegen an unserem Stadtteil.“