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Ein Blick hinter die Gitterstäbe der Justizvollzugsanstalt in Essen

20.08.2012 | 14:00 Uhr
Ein Blick hinter die Gitterstäbe der Justizvollzugsanstalt in Essen
Besuchr im Gefängnis an der Krawehlstraße.Foto: Sebastian Konopka

Essen.  Leser hinter Gittern: Bei der Aktion "WAZ öffnet Pforten" führte Anstaltsleiter Herberth Paffrath durch das Gefängnis in der Krawehlstraße. Er berichtete über gescheiterte Ausbrüche, den Knast-Alltag und den Umgang mit den Gefangenen.

Ein karger Raum mit Bett. Auf acht Quadratmetern stehen Schreibtisch, Stuhl, Schrank und Kloschüssel. An der Wand hängen Waschbecken und ein kleiner Spiegel. Der Blick nach draußen führt vorbei an den Gitterstäben und endet an der gegenüber liegenden Fassade, die unterbrochen ist von den vielen vergitterten Fenstern mit den Nummern darunter. Oben auf dem Dach glänzt der messerscharfe Klingendraht. Versuche, aus dem Gefängnis herauszukommen, die gebe es laufend, sagt Herbert Paffrath, Anstaltsleiter an der Krawehlstraße. „Aber in den vergangenen zehn Jahren ist es dabei geblieben“, antwortet er auf die Frage des WAZ-Lesers Siegfried Holler, der an einer Führung in der Justizvollzugsanstalt teilnimmt.

530 Männer sitzen an dem Morgen ein, es sind verurteilte Strafgefangene und diejenigen, die „noch nicht wissen, wie lange sie bleiben“ (Untersuchungshaft). Auf dem Papier hat das Gefängnis 514 Haftplätze, in Spitzenzeiten sind dort bis zu 570 Häftlinge untergebracht.

Bis zu fünf sitzen lebenslänglich

Die meisten Inhaftierten sind zwischen Ende 20 und Anfang 40. Ihre Urteile reichen von Beugehaft bis lebenslänglich mit anschließender Sicherungsverwahrung. Lebenslänglich trifft auf drei bis fünf zu, sagt Paffrath. Die vorzeitigen Entlassungen („das Gängige ist nach zwei Dritteln der Strafe“) beziffert er mit 30 pro Jahr. Die Rückfallquote schätzt er auf 50 Prozent, „belastbare Zahlen gibt es nicht“. Bei den Bewegungen (Inhaftierung, Entlassung, Wechsel) in Rüttenscheid schon: 8000 im Jahr.

Den Tagesablauf regelt ein diensterfahrener JVA-Beamter in der Zentrale, von der aus auf bis zu fünf Etagen die Gänge mit den Zellen kreuzförmig abgehen. Sie enden immer vor einer verschlossenen Brandschutztür.

Freizeitanspruch auf Schach, Musik und türkisches Gebet

Eine Stunde am Tag verbringen Inhaftierte in einem der fünf Höfe. Dazu kommt ihr Freizeitanspruch auf Schach, Musik, türkische Gebetsgruppe oder Bibelstunde. 300 treiben Sport. Paffrath: „Sport spielt im Knast neben Arbeit und Einkauf die wichtigste Rolle“. Nicht nur, weil die Männer sich auf dem Sportplatz, in der Mehrzweckhalle bei Fuß- oder Volleyball austoben oder in der Muckibude ihren Ausgleich finden, sondern weil sie „über den Sport Regeln und Sozialverhalten lernen“. Es gibt sogar ein Fußballturnier mit Mannschaften anderer Haftanstalten und Firmen, mit denen sie zusammenarbeiten.

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Kommentare
20.08.2012
21:42
Ein Blick hinter die Gitterstäbe der Justizvollzugsanstalt in Essen
von zauberlehrer | #1

Wir haben ein Gartenhaus aus der JVA Lüttringhausen .Zu einer Bestellung waren wir auch in der Schreinerei der JVA . Schon der Eintritt durch die Sicherheitsschleuse war für uns ein erschreckendes Erlebniss . Dann der Blick auf den Zellentrakt ,im Hof , jedes Fenster war unterhalb an der Wand nummeriert . Der Arbeitsplatz Schreinerei war der Optik nach ein normale Schreinerei .Wir konnten nach der Bestellung wieder nach Hause aber die Straf Gefangenen blieben da . Wenn man heute die Zeitungen liest das der / die 15 Jahre o. länger " sitzt " für uns unvorstellbar !

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