"Ein bisschen Hessen nach Essen"
01.02.2009 | 17:20 Uhr 2009-02-01T17:20:00+0100
Mit prominenter Unterstützung startete der Essener Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen in das Super-Wahljahr 2009. Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Partei, besuchte die Grünen gestern bei ihrem Neujahrsempfang im blauen Salon der Lichtburg.
Obwohl der Verband noch mit dem Zusatz „Yes, we Cem” zu der Veranstaltung einlud, reichte dieses Motto der Spitzenkandidatin Hiltrud Schmutzler-Jäger nicht mehr. Weil die Fraktion der Grünen in den vergangenen fünf Jahren gezeigt hätte, dass sie nicht nur Ziele versprechen, sondern auch umsetzen könne, gelte eher der Spruch: „Yes, we do it.” Auch Cem Özdemir will „nicht auf Obama warten”. Er äußerte unter anderem Kritik am Konjunkturpaket II. „Unseres Erachtens kann man eine Verschuldung in dieser Größenordnung vor künftigen Generationen nur rechtfertigen, wenn es auch einen Mehrwert gibt für sie, der spürbar ist.” Das Paket der Bundesregierung habe keinen klimapolitischen Akzent, sorge nicht für soziale Gerechtigkeit und mache die Bildung nicht zu einem wichtigen Schwerpunkt. „Ansonsten sind die Kommunen aufgefordert, dass Geld im Sinne einer ökologischen Modernisierung zu verwenden.”
Er kündigte außerdem an, in diesem Jahr noch öfter in der Region aufzutreten: „Ich will hier als Bundesvorsitzender auch mithelfen, damit wir Grünen hochmotiviert in die Auseinandersetzung gehen, die Kommunalwahl für uns ein Erfolg wird und wir noch kräftig zulegen.” Trotz des guten Ergebnisses bei der Landtagswahl in Hessen mahnte er: „Es wird kein einfaches Jahr werden”. Dennoch war das benachbarte Bundesland immer wieder Thema. So wünschte sich der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring in seiner Ansprache zumindest bezüglich des grünen Wahlausgangs „ein bisschen Hessen nach Essen zu holen”.
Im Wahlkampf befänden sich die Essener Grünen schon seit dem vergangenen Herbst. „Der Neujahrsempfang ist nun der Startschuss für größere Aktionen”, sagte Vorstandssprecherin Julia Kahle-Hausmann, „wir werden jetzt noch mehr Präsenz zeigen, um die Menschen für grüne Interessen zu begeistern.” Und auch für Hiltrud Schmutzler-Jäger steht das Ziel für die Kommunalwahl fest: „Wir wollen mindestens drittstärkste Kraft in Essen werden.”
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