Ein Ausweis für die Paten

Bochold..  Klaus (57) und Walburga (56) Adelskamp sind Spielplatzpaten aus Überzeugung. Seit 21 Jahren schauen sie beim Spielplatz an der Matthäuskirchstraße nach dem Rechten. Sie sind damit die dienstältesten Paten in Essen. Auch wenn die eigenen drei Kinder längst dem Spielplatzalter entwachsen sind, wollen sie auch zukünftig diese Aufgabe wahrnehmen. Und damit diese ein wenig erleichtert wird, ist Klaus Adelskamp die Idee gekommen, alle Spielplatzpaten mit einem offiziellen Ausweis auszustatten, als sichtbares Zeichen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit.

„Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich von Hundehaltern, die ich angesprochen habe, gefragt wurde, ob ich mich ausweisen könne“, erzählt der 57-Jährige. Zwar kann jeder Spielplatzpate auf Wunsch seinen Namen auf einem Schild am Gelände verewigen lassen und auch eine Bescheinigung vom Kinderschutzbund bekommen, „ein kleiner Ausweis mit Stempel und Dienstsiegel wäre nützlicher, zumal die DINA4-Bestätigung vom Kinderschutzbund in erster Linie dazu dient, sich beim Sammeln von Spenden legitimieren zu können“.

Das Problem hat sich in der vergangenen Jahren verlagert. Früher seien es oft alkoholisierte Jugendliche gewesen, die Spielplätze zweckentfremdeten. Heute seien Hundehalter, die ihre Vierbeiner auf dem Spielplatz Gassi führten, das größte Problem. Immer öfter bekomme er zudem aggressive Antworten zu hören, wenn er die Tierbesitzer anspreche. Mehr als ansprechen kann er aber nicht – darf er auch gar nicht. Hoheitliche Befugnisse haben die Spielplatzpaten nicht. Sie sind vertraglich daran gebunden, sich bei Störungen oder Problemen an die zuständigen Stellen wie Polizei, Ordnungsamt oder Kinderschutzbund zu wenden. „Das kommt auch schon mal vor“, sagt Klaus Adelskamp, der auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch lange nicht ans Aufhören denkt.

An einen Ausweis dachte Klaus Adelskamp vor Jahren schon mal, die Idee geriet aber wieder in Vergessenheit. Vor nicht langer Zeit hörte er davon, dass die Gemeinde Sulzbach im oberpfälzischen Kreis Amberg einen Ausweis für Spielplatzpaten einführen will. Klaus Adelskamp griff die Idee wieder auf. Am kommenden Dienstag, 10. Februar, steht sie auf der Tagesordnung des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden.