Ein Abriss lässt auf Aufbruch hoffen

Das waren noch Zeiten für die Energiewirtschaft, als man das Gebäude-Ensemble von Stromlieferant RWE südlich der Innenstadt in einer Mischung aus Spott und Ehrfurcht den „Wattikan“ taufte.

Seither hat der Glaube an die Unfehlbarkeit von Energieriesen aller Art tatsächlich arg gelitten, und manchem Beobachter fehlt bereits die Zuversicht, dass auch RWE noch mal zu alter Blüte gelangen könnte. Doch wo Abriss ist, da ist eben auch Aufbruch – diese Zuversicht hegt jedenfalls die Politik, die im jüngsten Planungsausschuss von aktuellen Bau-Plänen aus dem Hause RWE erfuhr. Danach hegt man den Plan, eine ganze Häuserzeile an der Huyssenallee, zwischen Hausnummer 14 und der Einmündung der Baedekerstraße dem Erdboden gleich zu machen.

Der Abrissantrag, so ließ sich Planungsdezernent Hans-Jürgen Best vernehmen, sei gestellt. Für den Vorsitzenden des Ausschusses, Thomas Rotter (SPD), eine rundum gute Nachricht, denn „damit ist klar: RWE bleibt in Essen“. Ob diese Erkenntnis so belastbar bleibt, dafür fand sich am Pfingstwochenende noch keine offizielle Bestätigung. Wohl aber gibt es Zungen, die von großen Neubauplänen für das Quartier wissen wollen, in dem die großen RWE-Türme samt und sonders seit Jahren nur noch angemietet sind. Klar wäre damit, dass die Idee eines RWE-Campus im Nordviertel vom Tisch ist.

Der „Wattikan“ lebt.