Eigentumswohnungen in Essen sind die teuersten im Revier

Blick auf Essen aus der Luft.
Blick auf Essen aus der Luft.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Das Unternehmen LEG legt seinen Wohnungsmarktbericht vor: Für gehobene Eigentumswohnungen müssen Käufer in Essen soviel bezahlen, wie in keiner anderen Revierstadt. Aber auch die Mieten für einfache Wohnungen steigen.

Essen.. Relativ konstante Mieten, Höchstpreise für Luxus-Wohnungen und zunehmender Leerstand: So kann man die Entwicklungen am Essener Wohnungsmarkt im vergangenen Jahr beschreiben. Das geht aus einem entsprechenden Bericht hervor, den das Immobilienunternehmen LEG am gestrigen Donnerstag vorgelegt hat. Die wichtigsten Punkte daraus:

Mieten: Die Mieten in Essen sind vergangenes Jahr moderat um 0,2 Prozent gestiegen. Im Schnitt zahlen Mieter 5,59 Euro pro Quadratmeter. Besonders bemerkenswert jedoch: Vor allem einfacher Wohnraum wurde, wie schon 2010, teurer (4,35 Euro, plus 1,2 Prozent). Dagegen sanken die Mieten hochwertiger Wohnungen um zwei Prozent auf 8,17 Euro pro Quadratmeter.

Luxus-Wohnungen: Die Preise für Luxus-Wohnungen ziehen deutlich an. Wer in Essen eine hochwertig ausgestattete Eigentumswohnung in guter Lage kaufen wollte, der musste 2011 neun Prozent mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Mittlerweile blättern Käufer 2563 Euro pro Quadratmeter hin - soviel wie in keiner anderen Revierstadt. Nur in Düsseldorf, Köln, Münster, Bonn und Aachen sind die Preise noch höher.

Luxus-Mehrfamilienhäuser: Gleiches gilt für sehr gute Mehrfamilienhäuser. Essen ist auch hier mit 1930 Euro pro Quadratmeter der sechst-teuerste Markt in NRW.

Eigentumswohnungen: Insgesamt musste man 2011 in Essen im Schnitt 1069 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung zahlen. Damit hielt der Preisverfall an. Gleiches gilt auch für einfache Häuser. Der Quadratmeter kostet im Schnitt 374 Euro und damit 2,1 Prozent weniger als 2010.

LEG-Wohnungsmarktreport Leerstand: Im Jahr 2009 - neuere Zahlen nennt die LEG nicht - standen in Essen 4,2 Prozent der Wohnungen leer. Das Leerstandsproblem gibt es weniger in den südlichen Außenbezirken, wo weniger als drei Prozent der Wohnungen nicht vermietet sind. Vielmehr ist es ein Problem in der Nordstadt oder an viel befahrenen Straßen und Autobahnen. „Nach einem Mieterauszug können diese Lagen oft nicht mehr vermietet werden“, so die LEG.

Wohnungsbau: Bedeutende Wohnstandorte vor allem im gehobenen Preissegment entstehen derzeit im Univiertel, in Kettwig an der Ruhr und in Rüttenscheid an der Messeallee.

Wohnungsmarkt zwischen Wunsch und Realität: Einerseits steigt laut LEG besonders die Nachfrage nach hochwertigen Wohnungen. Doch genauso besteht großer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Denn: „Die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Essener sind durchschnittlich“, stellt der Bericht fest. Die durchschnittliche Kaufkraft liege mit 20 281 Euro zwar über dem Niveau der meisten Nachbarstädte. Dennoch gebe es in Essen im Landesvergleich eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und eine abnehmende Bevölkerungszahl.

Ausblick: Mit besonderen Wohnungsangeboten könne es Essen gelingen, neue Haushalte zu gewinnen und Besserverdienende in der Stadt zu halten, heißt es in dem LEG-Bericht.