„Ehrenzeller Frühling“ verbindet

Altendorf..  Pünktlich um drei Uhr nachmittags reißen über dem Ehrenzeller Platz die grauen Wolken auf. Die Stühle im Bistro am Rande sind fast alle besetzt. Auf dem Platz selbst prägen verschiedene Stände das Bild. Der Platz selbst ist ziemlich leer. „Noch“, sagt Annette Giesen, Allbau-Sozialmanagerin in Altendorf.

Die Allbau AG hat gemeinsam mit Organisationen wie dem VKJ (Verein für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet), den beiden Kirchengemeinden, dem Jugendamt, dem Radladen, dem Mädchentreff Perle und dem Blickpunkt 101 zum „Ehrenzeller Frühling“, dem Familien- und Kindertag, eingeladen.

„Wir wollen die Menschen an diesem Ort zusammenbringen“, so Giesen. Die Umgestaltung des Platzes sei abgeschlossen. Das Bistro werde gut angenommen. Ebenso der Bücherschrank, der seit eineinhalb Jahren zum Schmökern einlädt. Nun gehe es darum, den Platz im Herzen Altendorfs so oft wie möglich mit Leben zu füllen. „Bei gutem Wetter ist er stets voll“, erzählt Annette Giesen.

Verleih von Großspielzeug

Alle Menschen aus dem Stadtteil sollen ihn nutzen. Angebote der verschiedenen Institutionen sind die eine Seite: das Altendorfer Kinder-/Kulturfest oder der Altendorfer Seniorentag zum Beispiel im kommenden Herbst. Oder heute der „Ehrenzeller Frühling“. Aber auch Gottesdienst unter freiem Himmel sei denkbar. „Die Menschen können auch eigene Ideen in die Tat umsetzen. Wir unterstützen sie beim Stellen des Antrags.“ So sei jüngst ein türkischer Feiertag auf dem Platz begangen worden.

Trotzdem ist nicht alles nur heile Welt. „Die unterschiedlichen Gruppen des Stadtteils hier zusammenzubringen, ist kein einfaches Geschäft. Dazu braucht man einen langen Atem“, sagt Annette Giesen. Manchmal sitze eine Gruppe an dem einen Ende, eine andere am anderen Ende des Platzes. „Aber sie respektieren sich. Das ist auch schon etwas.“

Kindern machen keine Unterschiede. Das zeigt sich auch heute. Sie spielen zusammen auf der Hüpfburg, sitzen beim Schminken zusammen oder lernen am Stand des Jugendrotkreuzes („Lass Dich mal verbinden!“) spielerisch im Notfall zu helfen – die Herkunft spielt keine Rolle. Ein Eindruck, den auch Jenny Marten, DRK-Bereitschaftsleiterin Stadtmitte, bei ihrem täglichen ehrenamtlichen Engagement gewonnen hat. „Bei den Kleinen klappt das super, bei den Jugendlichen wird’s schon schwieriger.“ Das DRK ist heute dabei, um für sich zu werben, aber auch, um mit Missverständnissen aufzuräumen. „Vielfach glauben Menschen, das rote Kreuz sei ein religiöses Symbol. Dabei ist es das umgekehrte Schweizer Kreuz“, klärt DRK-Pressesprecher Christian Kuhlmann auf.

Mittlerweile ist der Platz recht gut gefüllt. Im Herbst könnte er eine weitere Belebung erfahren. Im letzten Quartal, so ist es geplant, soll der VKJ einen Verleih für Großspielzeug in einem der angrenzenden Häuser eröffnen.