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Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen

26.12.2012 | 14:51 Uhr
Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen
Foto: Andreas Bartel

Essen.   Ein älteres Ehepaar - sie 76, er 82 Jahre alt - hat in einem Bus der Linie 183 einen massiven Streit vom Zaun gebrochen. Das Paar wollte während der Pause der Fahrerin in den Bus steigen - es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen der Fahrerin (43) und dem Senior. Schließlich traf ihn die Krücke eines Zeugen am Kopf.

Zwischen einem Rentnerehepaar, einer Busfahrerin und einem Passanten hat es am Abend des ersten Weihnachtstags an der Endhaltestelle der Linie 183 am Karlsplatz einen handfesten Streit gegeben. Gegen 22.20 Uhr klopfte ein Ehepaar - sie 76, er 82 Jahre alt - energisch an die Tür des geschlossenen Linienbusses. Als die Fahrerin (43), die gerade Pause machte, die Tür öffnete, bat das Paar um sofortigen Einlass. Auf der Straße soll es zu der Zeit sehr stark geregnet haben. Als die Fahrerin den Zutritt zum Bus während ihrer Pause verweigerte, sollen die Senioren begonnen haben, sie lautstark zu beschimpfen. An der 43-Jährigen vorbei drängte das Paar in den hinteren Bereich des Busses und weigerte sich, das Fahrzeug zu verlassen, teilt die Polizei mit.

Zeuge schlägt Senior mit Krücke auf den Kopf und verletzt ihn schwer

Als das Senioren-Ehepaar wieder nach vorne kam und die Busfahrerin weiter beschimpfte, kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Die 43-jährige Busfahrerin wehrte sich gegen die Angriffe des 82-Jährigen und stieß den Mann aus dem Bus. Der Senior „landete auf seinem Hosenboden“, schreibt die Polizei. Als der 82-Jährige wieder aufstand, wurde er von einem gehbehinderten Zeugen (33) mit dessen Krücke von hinten niedergeschlagen und dabei am Kopf schwer verletzt. Er habe weitere Übergriffe auf die Busfahrerin verhindern wollen, sagte der Zeuge später der Polizei. Den Senior beruhigte das nicht: Auch alarmierte Rettungskräfte wurden von ihm beschimpft.

Der 82-Jährige musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. In seinem Atem nahm die Polizei Alkohol-Geruch war, ein Test im Krankenhaus zur Bestimmung des Alkohol-Gehalts schlug allerdings fehl. Der 33-jährige Zeuge muss sich wohl wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen. Die Ermittlungen dauern an. (sk)



Kommentare
29.12.2012
22:17
RainerN | #25
von schRuessler | #26

Soviel ich weiß, wurde in einem Arbeitsgerichtsverfahren die Bezahlung dieser Pausenzeiten auch mit der Begründung gefordert, dass Busfahrer in dieser Zeit z.B. auch Fahrgäste einsteigen lassen müssten.


28.12.2012
22:44
Sicherheit
von RainerN | #25

Soweit mir bekannt ist, müssen Busfahrer ihre Pausen zwingend einhalten. Bei einem Unfall wird auch ein Blick auf die Tachoscheibe geworfen, auf der neben der Geschwindigkeit, auch die Lenkzeit festgehalten wird.
Pause bedeutet, keine Fahrgäste in den Bus zu lassen, denn das würde bedeuten, die Türen zu öffnen, zu schließen zu öffnen usw., hinzu käme die Kontrolle der Fahrausweise bzw. der Verkauf derselben. Mit Pause hat das nichts mehr zu tun.
Übrigens gibt es z.B. Fahrer, die vor allem in den Sommermonaten den Bus verlassen und sich ein wenig die Füße vertreten, oder sich im Wartehäuschen auf die Bank setzten, eine Zigarette rauchen und einen Kaffee trinken. Mit anderen Worten, wie der Fahrer seine Pause gestaltet liegt ganz bei ihm, Hauptsache er hält sie ein. Vielleicht wäre ein Aushang an den Haltestellen oder im Bus hilfreich, der die Fahrgäste entsprechend informiert. Letztendlich geht es auch um deren Sicherheit.

27.12.2012
21:18
schRuessler 14
von Sandy2007 | #24

gut, da habe ich das "manche", oder "einige" vergessen. Wobei es trotzdem in der letzten Zeit immer mehr werden. Meine Oma ist nicht so, die fragt wenigstens höflich, wenn sie sitzen möchte!

27.12.2012
20:33
Sandy2007 | #22
von schRuessler | #23

"Unsere lieben Senioren meinen, sie können sich alles erlauben."

Na, wenn das mal kein Pauschalurteil ist.

27.12.2012
19:51
schRuessler 14
von Sandy2007 | #22

Ich habe hier meine Erlebnisse mit senioren geschildert und es war keineswegs ein Pauschalurteil. Es gibt solche und solche wie auch unter Jugendlichen. So.
Hier aber haben sich die Herrschaften falsch verhalten und nur sie, weder die Busfahrerin noch derjenige, der ihr geholfen hat. Es ist aber Fakt, dass sehr viele alte Leute meinen, nur weil sie ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, sich alles erlauben zu dürfen.
Was wäre, wenn es keine Senioren, sondern Ausländer gewesen wären? Oder deutsche Jugendliche? DANN wären die beiden natürlich sofort vorverurteil gewesen...und ich verstehe nicht, warum die beiden rabiaten Rentner hier nicht mal ansatzweise ne Strafe zu erwarten haben!!

27.12.2012
18:29
Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen
von charly6000 | #21

Ich bin sicher kein Fan des ÖPNV und auch kein Busfahrer: Aber da Pause bedeutet, über seine Zeit frei zu verfügen, haben Fahrgäste während dieser Zeit nichts im Bus zu suchen. Dabei spielt das Wetter keine Rolle. Offensichtlich gab es hier aber einen Unterstand. Die Rentner haben sich grundlos und unter Einsatz von "Gewalt" Zutritt verschafft, obwohl ihnen gesagt wurde, dass sie im Moment nichts im Bus zu suchen hätten. Damit nicht genug: Nach dem Artikel kamen sie danach auch noch nach vorne und beschimpften die Busfahrerin. Dass diese nun zusah, dass sie die unverschämten älteren Herrschafften wieder wieder aus dem Bus bekam, kann ich nachvollziehen. Mir tut die Busfahrerin nur leid, die nun Berichte für ihren Arbeitgeber schreiben darf und noch bei der Polizei eine Aussage machen muss. Wie schon weiter unten zu lesen ist, nicht nur die "Jugend" muss sich benehmen, auch unsere Rentner. Nur der Schlag mit der Krücke auf den Rentner von der gehbehinderten Person war nicht richtig.

27.12.2012
15:38
buschul | #19
von schRuessler | #20

Nach dieser Argumentation sollten Busfahrer am besten gar keine Fahrgäste mehr einsteigen lassen.

1 Antwort
Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen
von niedrigniveauindikator | #20-1

wärend der pause nicht, denn eine pause ist nur dann gegeben, wenn das fahrzeug nicht beaufsichtig werden muss und ich mich frei bewegen kann...das ist in diesem fall dann nicht mehr möglich und die pause ist unterbrochen....tja, aber wie schon so oft, nur weil die herrschaften einen fahrschein haben, meinen sie, ihnen gehört der bus samt fahrer

27.12.2012
11:47
Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen
von buschul | #19

Die Frage, die sich mir stellt, ist die: Wen soll eine Busfahrerin / ein Busfahrer bereits vorher einsteigen lassen und wen nicht? - Nächstens kommt einer daher und gibt vor, hohes Fieber zu haben, weswegen er nicht draußen in der Kälte stehen bleiben könne. Hinterher stellt sich heraus, dass der Fahrgast zwar kein Fieber, aber ein Messer oder eine Schreckschusswaffe dabei hat, um sich die Fahrgeldeinnahmen "anzueignen". Was dann?

27.12.2012
06:18
Ehepaar (76 und 82) liefert sich handfesten Streit mit Busfahrerin in Essen
von faraway | #18

Was ich immer wieder feststellen muss, ist das die meisten nur halb lesen was im Text eigentlich steht.

Im Bericht steht: Zwei Personen wollten in der Wartezeit des Linienbusses zusteigen obwohl dieser seinen Fahrbetrieb noch gar nicht aufgenommen hat. Diese Personen sind dennoch in den Buss gestiegen und haben sich NACHDEM sie schon im hinteren Teil waren (also wahrscheinlich auch schon Platz genommen haben) die Fahrerin beschimpft. Daraufhin hat die Fahrerin die beiden Personen aus dem Bus befördert.

Stellen Sie sich mal gleiche Situation mit zwei halbstarken, möglichst noch türkischer Abstammung vor und den dazugehörigen Kommentaren Ihrerseits.

Wie wären die wohl ausgefallen ?

Und im übrigen ie Haltestelle Karlsplatz in Essen hat einen überdachten Wartebereich was ich auch ohne Ortskenntnis anhand Googlemaps schnell feststellen konnte.

27.12.2012
02:55
Egal, was vorher war und welche (subjektiven) moralischen Gründe das Rentnerehepaar vorbringen mag:
von PressefreiheitistVerantwortung | #17

NIEMAND muss sich an seinem Arbeitsplatz körperlich zur Wehr setzen müssen. Dem Artikel ist trotz seiner latenten Unübersichtlichkeit zu entnehmen, dass die körperlichen Attacken nicht von der Busfahrerin ausgingen. Wenn dem so ist, gehören die älteren Herrschaften neben der üblichen gerichtlichen Strafe von der Teilnahme am öffentlichen Nahverkehr für eine empfindliche Zeit ausgeschlossen. .

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