E-Ball:  Das  Geschäft mit den „Löwen“ drohte zu platzen

Uli Sambeth mit Sohn Joshua (r., mit E-Ball) in der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“. Die Investoren Ralf Dümmel (l.) und Jochen Schweizer gratulieren.
Uli Sambeth mit Sohn Joshua (r., mit E-Ball) in der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“. Die Investoren Ralf Dümmel (l.) und Jochen Schweizer gratulieren.
Was wir bereits wissen
  • Uli Sambeth präsentierte seinen E-Ball in der Vox- Show „Höhle der Löwen“
  • Alle Investoren sicherten dem Haarzopfer Geld und Hilfe zu
  • Doch der Vertrag wurde erst 48 Stunden vor der Ausstrahlung unterschrieben

Essen.. Als am Dienstagabend über drei Millionen Zuschauer die populäre Vox-Gründershow „Höhle der Löwen“ sahen, da saß auch Uli Sambeth vor dem Fernseher. Der Sekt im Kühlschrank stand schon kalt. Schließlich wusste der Essener Erfinder zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es für ihn an diesem Abend etwas zu Feiern geben würde.

In der laufenden Sendung musste der 48-Jährige die fünf „Höhle der Löwen“-Investoren davon überzeugen, ihm eine halbe Million Euro zu geben. Mit deren Geld und Expertise sollte sein „E-Ball“ – eine Art Segway, das auf einer Kugel rollt – zur Serienreife und schließlich in den Handel gebracht werden.

Den Zuschauern und auch den fünf „Löwen“ war aber schnell klar: Hier hat zwar einer eine geniale Idee, aber sie ist noch Lichtjahre von einem Erfolg entfernt. Und ihre Kommentare fielen entsprechend bissig aus: „Sie haben keine Kunden“. „Sie sind weit weg von einer Marktreife.“ „Die Bewertung der Firma ist zu hoch.“ „Das Risiko ist mir zu groß.“ Viermal lautete das Urteil: „Ich bin raus!“

Erst als sich Judith Williams – Queen des Teleshoppings und einzige Frau in der Runde – ihre Kollegen zur Brust nahm, konnte Uli Sambeth doch noch aufatmen. Alle fünf Investoren erklärten sich gemeinsam bereit, ihm die 500 000 Euro zu geben.

Bei Familie Sambeth in Haarzopf knallten da die Sektkorken. Schließlich stand bis kurz vor Ausstrahlung der Sendung noch ein großes Fragezeichen, ob der Deal tatsächlich zustande kommen würde. Erst 48 Stunden vorher wurden die Verträge beim Notar unterschrieben, bestätigte Uli Sambeth auf Nachfrage. In letzter Minute quasi. Dem Publikum sollte wohl doch eine Erfolgsstory mit Happy End präsentiert werden. Schließlich war es das erste Mal in der Geschichte der Sendung, dass alle fünf „Löwen“ zusammen an einem Projekt arbeiten wollten.

E-Ball soll nächsten Sommer in den Handel kommen

Die Aufzeichnung lag fast sieben Monate zurück. In der Zeit danach wurde den „Löwen“ wohl erst richtig bewusst, welche Mammutaufgabe da vor ihnen lag . In der Sendung präsentierte Uli Sambeth seinen E-Ball noch als klobigen Prototypen. Das Gefährt war mit 40 Kilogramm zu schwer, die Software noch nicht ausgereift, das Design verbesserungswürdig. „Ich habe trotzdem weiter gearbeitet und war auch immer zuversichtlich, dass der Vertrag zustande kommt“, sagt der Tüftler. Die Teams der Experten hätten ihn dabei auch ohne Vertrag unterstützt.

Strittig war offenbar auch, dass Sambeth für die halbe Million Euro ursprünglich 50 Prozent an seiner Firma abgeben sollte. Schließlich einigte man sich auf 51 Prozent für ihn. Damit ist der Essener weiter Herr über seine Erfindung.

Uli Sambeth hatte vor der Vox-Sendung fast drei Jahre an seinem Ball getüftelt, selbst etwa die Summe eines Eigenheims in die Erfindung gesteckt, viel Freizeit geopfert, die Nerven seiner Familie strapaziert. „Ich war aber an einem Punkt angelangt, wo die Fortschritte immer kleiner und teurer wurden.“ Investoren standen damals nicht Schlange. Für Uli Sambeth war deshalb der Weg ins Fernsehen so auch die einzige Chance, für seine Erfindung zu werben. Lange habe er nicht überlegt: „Was hatte ich denn zu verlieren?“ Nun soll der E-Ball im Sommer 2017 in den Handel kommen.