Durchgegrillt
03.08.2012 | 19:44 Uhr 2012-08-03T19:44:00+0200
Essen. Anmerkungen zum Stadtgeschehen von Jörg Maibaum, Redakteur der NRZ-Stadtredaktion Essen.
An Ideen mag es regelmäßig nicht mangeln, wenn es um Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in dieser Stadt geht – aber an Geld und Personal. Um nicht immer wieder öffentlich an dem schmerzhaften Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu scheitern, bedienen sich die Politiker gern einer gewissen Schizophrenie: Die selben Zeitgenossen, die unter dem Sparzwang einen massiven Stellenabbau in der Stadtverwaltung beschlossen haben, gehen in die „Wir wollen mehr...“-Offensive, wenn’s ihnen passt. Nicht selten populistisch und selbst um den Preis der eigenen Glaubwürdigkeit.
Während die Christdemokraten diskutieren, Graffiti-Sprayer die Symbole ihres allzu bunten Treibens selbst wegwischen zu lassen, fordern die Grünen in diesen Tagen eine Offensive gegen wilde Griller und Müllsünder, die Parks verschmutzen und in Sommernächten nur wenig Rücksicht auf das Schlafbedürfnis der Anwohner von Grünanlagen nehmen. Die Idee hat auf den ersten Blick durchaus einen gewissen Charme, auf den zweiten erscheint sie eher ein bisschen, na ja, sagen wir mal: durchgegrillt.
Kontrollen rund um die Uhr kaum möglich
Es erfordert nahezu Rund-um-die-Uhr-Kontrollen, um Mitbürger bei der peinlichen Präsentation eklatanter Defizite in ihrem Sozialverhalten auch zu fassen zu bekommen, um sie anschließend zur Rechenschaft ziehen zu können. Es bedarf zudem eines gehörigen Aufwands an Personal und auch Material, um Müllsünder an der Seite von Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe aufräumen und erwischte Sprayer die hartnäckigen Hinterlassenschaften auf fremden Eigentum beseitigen zu lassen. Auch wenn man’s nicht gern hören mag: All das will verwaltet werden, organisiert sein und kostet Geld, das die Stadt nicht hat.
Dennoch: Schönen Grillabend.

12:59
Es würde mich schon interessieren, wieviel Leute des Ordnungsamtes in den Sommerferien von Samstag auf Sonntag arbeiten.
Und wieviele davon in den Parks kontrollieren.
08:23
Das man einen Stadtpark nicht 24h beaufsichtigen kann, dürfte wohl jedem klar sein. Wenn man aber diejenigen die man beim Vermüllen, Sprayen oder Randalieren erwischt richtig empfindlich bestrafen würde (Geldstrafen schmerzen am meisten) und dieses durch Beschilderung an den entsprechenden Stellen wie auch Publikation durch die Medien kommunizieren würde, könnte ich mir einen "Lerneffekt durch Mundpropanganda" vorstellen. Aber es liegt halt auch an der "personellen Flexibilität" einer Kommune ob ich das Ordnungsamt Autos an abgelaufenen Parkuhren für 15 Euro oder mal (im Sommer) eine Spätschicht einschiebe, bei der "asoziales Verhalten" mit 500 oder 1000 €uro bestraft wird.
18:18
Schon interessant.
Da wird auch von der WAZ immer wieder dieses Thema aufgegriffen; ich weiß nichtm wieviele Artikel ich hier schon dazu lesen durfte.
Aber kaum macht ein Politiker mal einen Lösungsvorschlag, wird der als "populistisch" zerrissen.
Und das Argument "Es erfordert nahezu Rund-um-die-Uhr-Kontrollen..." ist absurd. Auch für Falschparken, Geschwindigkeitsübershreitung etc gibt es keine "Rund-um-die-Uhr-Kontrollen", trotzdem käme keiner auf die Idee, Parkverbote und Tempolimits abzuschaffen.
17:37
Viele Wege/ Ideen führen nach Rom, nur wenige ans Ziel!!!
Wie kann es sein zu behaupten, dass man zu wenig Personal hätte, um die Ordnung zu kontrollieren?? Vielmehr sollte man mal hier öffentlich darlegen, welche Arbeitsleistung hier durch die jeweiligen Bediensteten geleistet werden!!!
Wo keine Kontrolle da auch keine Ordnung. Das muss aber direkt am Anfang anfangen, sonst fängt der Fisch an von Anfang an zu stinken!!
Wir erleben in dieser Stadt von den jeweiligen Parteien, dass jeder nur Machtbesässen ist, letzlich jedoch nichts tut.
Man muss auch kein OB Stuhl besteigen, um etwas zu bewegen. Es gibt viele Beispiele, die leider auch von dieser Zeitung unbeachtet gelassen wird! (Wird ja halt auch nicht kontrolliert!)
Von mir auch ein Lösungsvorschlag welches eigentlich bekannt ist: "Jeder Park erhält einen Paten!" Nach dem Beispiel der Spielplatzpaten. Bei den PArks sollten es mehrere sein, die sich dann abwechseln und das Ordnungsamt die Infos zuspielen.
14:16
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08:38
Herr Maibaum hat eigentlich nur zusammengefasst, was die diversen Kommentatoren bereits auf den Artikel "Die Grünen in Essen fordern Sozialstunden für Müllsünder" geschrieben haben. Guter Journalismus wäre gewesen, wenn Herr Maibaum in einem Interview Frau Heesch-Orgaß mal gefragt hätte, wie die Grünen das in Zeiten klammer Stadtkassen umsetzen wollen. Statt solche unrealistischen Forderungen aufzustellen, sollten die Grünen und auch die anderen Parteien sich mal dafür starkmachen, dass Konzept der Bürgerarbeit einzuführen bzw. umzusetzen. Damit wäre der Gesellschaft viel mehr gedient.
08:00
Um die Kabeldiebe sollte man sich auch direkt kümmern...
22:15
Nur weill Kontrollen Geld nd ersonal kosen, wollen wir aso akzeptiern, dass unsere Umelt durch wilde Griller verdreckt, zrtrampel und akustisch verseucht wird?
Sehr geehrter NRZ-Redakteur Jörg Maibaum. Mit ihrerArgumentation könt man ja auch gleich die Abschaffung dr Polizei,m der Feuerrwher und der Krankenhäuser forder.
kostet ja alle nur Geld welces die Städt, Länder und die Krankenkassn nicht haen. Also mache wr doch alles was wir wollen.
Ob wir wild Grillen dürfen ohnen Sanktionen berfürchten zu müssen, bei Rot über die Ample braten dürfen, weil es keine Polizei mhr gibt oder einfach mal eine Kontrahenten umbringen wei die Stafverfolgung zu teuer ist, können wir dann locker damit begründen, dass dies alles ja Geld kostet.
Was für eine genilae Anmerkung! Haben sie wirklich nachgedacht bevor sie diese Anmerkung geschreben haben oder grillen sie einfach nur gerne und haben keinen Garten, Balkon odder Terasse?
Auf jeden Fall aber hatte Herr Maibaum eine Tastatur die funktioniert :-)
19:17
Ein wirklich passender Kommentar. Sollte immer wieder zitiert werden:
"Die selben Zeitgenossen, die unter dem Sparzwang einen massiven Stellenabbau in der Stadtverwaltung beschlossen haben, gehen in die „Wir wollen mehr...“-Offensive, wenn’s ihnen passt. Nicht selten populistisch und selbst um den Preis der eigenen Glaubwürdigkeit. (...) Die Idee hat auf den ersten Blick durchaus einen gewissen Charme, auf den zweiten erscheint sie eher ein bisschen, na ja, sagen wir mal: durchgegrillt."
Zur Verdeutlichung - wer "regiert" Essen, wer bildet die Mehrheit im Rat, wer sind diese besagten Zeitgenossen ? Es ist die Koalition der unsäglichen VIER von CDU/GRÜNE/FDP/EBBeyer.
Wahrhaft Durchgergrillt!
16:58
Ausgezeichneter Kommentar Herr Maibaum, Sie treffen den "Nagel auf den Kopf"!
Herr Maibaum hat eigentlich nur zusammengefasst, was die diversen Kommentatoren bereits auf den Artikel "Die Grünen in Essen fordern Sozialstunden für Müllsünder" geschrieben haben. Was ist daran so "ausgezeichnet"!