Düsseldorfer Studenten stellen im Kunsthaus Essen aus

Johannes Leidenberger und Beatrice Richter stellen ihre Arbeiten im Kunsthaus aus.
Johannes Leidenberger und Beatrice Richter stellen ihre Arbeiten im Kunsthaus aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kurator Uwe Schramm hat interessante Ausstellung zusammengestellt. Die Künstler sind Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf.

Essen.. Jungen Künstlern eine Plattform zu bieten, ihre Arbeiten auszustellen: Das steckt hinter der Ausstellung „Let’s Dance“ im Kunsthaus Essen. Die Künstler sind neun Absolventen und Studenten der Kunstakademie Düsseldorf. „Wir freuen uns, die große Bandbreite präsentieren zu können“, sagt Kurator Uwe Schramm über die neue Schau.

Diese zeigt eine Mischung aus Skulpturen, Malerei, Zeichnungen und einer Videoinstallation. Ganz zu Beginn kommt der Besucher in einen Raum voller Skulpturen, die an Schuhe erinnern. Es sind die Werke von Katharina Beilstein. Sauber gearbeitet, mal quietschbunt, mal einfarbig zeigen sie nicht nur das Zusammenspiel verschiedener Materialien wie Farbe, Lindenholz und Gummi, sondern auch die Position von Leere und Fläche, von Masse und Form. Daneben: Eine Installation von Nina Nowak. Sie beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und Objekten des alltäglichen Lebens.

Gegensätze nebeneinander platzieren

Die verschiedenen Richtungen gemeinsam zu präsentieren sei ein sehr kommunikativer und spannender Prozess gewesen, so Uwe Schramm. Mit einem interessanten Ergebnis: Die Videoinstallation von Hedda Schattnik steht den Werken von Beatrice Richter (25) gegenüber. Die 25-jährige liebt die Malerei, ihre Bilder zeigen Landschaften in kontrastreicher Farbe, warme und kalte Töne spielen hier gegeneinander, hart und weich verschmelzen. Die Videoinstallation – und das ist die Ironie an der Zusammenstellung, beschäftigt sich mit der Malerei. Die „Malerin“, im Video eine antike Maske, erklärt die „Malerei als Solche“, ihre Stimme geht jedoch im dabei jedoch Weltgeschehen unter.

„Ich bin begeistert von der Idee, dieser Gegensätze und finde die Platzierung sehr gelungen“, freut sich Beatrice Richter über die Arbeit der Kuratoren.

Zeit sichtbar machen

Auch Johannes Leidenberger (29) ist sehr zufrieden. „Mein Dorn wirkt in diesem Raum ganz anders, normalerweise kenne ich die Installation nur aus Räumen mit einer sechs Meter hohen Decke. Nun wirkt er riesig.“ Gehalten wird die Installation von einem Gestänge, ummantelt von einem Netz. Denn der Dorn kann ohne das Stützelement nicht stehen. „Ich mache mir oft Gedanken zu systematischen Zusammenhängen, auch gesellschaftlich. Wie funktioniert etwas?“, erklärt der Künstler.

Auf den ersten Blick nicht ganz so auffällig – aber dennoch nicht zu unterschätzen und sehr eindrucksvoll – ist das Werk von Vera Keckstein. Auf vier gläsernen Platten auf dem Boden zeigt sie geschmolzenes und wieder fest gewordenes Aluminium. Sie verdeutlicht so den Punkt des Innehaltens, macht Zeit sichtbar.

Als Gegensatz stehen dazu die wolkigen Fotoarbeiten von Conrad Müller, die den Raum öffnen.