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Sportpolitik

Düsseldorf stoppt Masterplan Sport

11.12.2009 | 18:05 Uhr
Düsseldorf stoppt Masterplan Sport

Als Reaktion auf den Ratsbeschluss, das Freibad Hesse doch nicht zu schließen, hat die Bezirksregierung der Stadt den Geldhahn zugedreht. 15 Millionen Euro aus dem Sport-Investitionsprogramm liegen jetzt auf Eis, bis die Stadt ein anderes Bad benannt hat, das sie statt Hesse schließen will. Außerdem muss die Stadt sich bei den Sportstätten „massiv von Kosten befreien“, sagt Stadtdirektor Christian Hülsmann.

Nichts Gutes hatte Hülsmann gestern dem Ausschuss für Sport- und Bäderbetriebe zu vernelden beim außerordentlichen Tagesordnungspunkt 5a. Die Bezirksregierung hatte sich verbindlich im Ton, aber knallhart in der Sache ausgedrückt in ihrer Antwort auf den von SPD und FDP in geheimer Abstimmung erwirkten Ratsbeschluss, in Erfüllung ihrer Wahlkampfversprechen das Freibad Hesse zu erhalten. Die Verwaltung hatte den Auftrag erhalten, nach Investitionskonzepten für das Bad zu suchen. Diesen Auftrag gab Hülsmann unerledigt zurück: „Ich habe kein Geld für diese Investition.“ Der Rat sei nun in der Pflicht, ein Bad zu benennen, das statt Hesse geschlossen werden solle. Das würde bedeuten: Außer der Oase, dem Bad am Südpark und dem Hauptbad müsse ein weiteres Bad geschlossen werden. Hülsmann: „Nach Lage der Dinge müsste das ein weiteres Hallenbad sein.“ Bis ein solcher Beschluss gefasst ist, bleiben die Mittel des Investitionsprogramm gesperrt, weil aus Sicht der Bezirksregierung die im Masterplan vereinbarte Geschäftsgrundlage entfallen sei.

Mit Hinweis auf die drastischen Spar-Ankündigungen von OB Reinhard Paß und Kämmerer Klieve kündigte Hülsmann an: Die Sparzwänge im Sport würden „alles in den Schatten stellen, was wir in den letzten 20 Jahren an Haushaltskonsolidierung erlebt haben“. Nach den ersten Gesprächen zum Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe fehlen fürs nächste Jahr 3,5 Millionen Euro. Deshalb müssten die Betriebe massiv Kosten senken.

Als Reaktion auf das Veto aus Düsseldorf fordert Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführere des Essener Sportbundes, eine „große Koalition für den Essener Sport“. „Wir müssen die gesperrten Mittel ganz schnell frei kriegen. Aus dem Investitionsprogramm und Konjunkturpaket II haben wir noch 27 Millionen. Über die müssen wir jetzt schnell entscheiden und die Projekte durchhauen. Wir haben keine Zeit mehr. Uns allen sollte klar sein, dass wir über die Vorgaben des Masterplans hinaus werden sparen müssen.“

In ihren Reaktionen auf das Schreiben aus Düsseldorf bezeichnen CDU und Grüne den Ratsbeschluss für das Freibad Hesse als „Fehler, der schnellstens korrigiert werden muss“. SPD-Sprecher Rudi Jelinek verteidigte sich, dei finanzielle Misere im Sport habe schon viel früher angefangen. Alle Fraktionen haben für Januar eigene Sparvorschläge angekündigt, um die gesperrten Millionen etwa für den Bau weiterer Kunstrasenplätze schnell wieder frei zu kommen.

DerWesten


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