„Dreiviertelpapa“ und Mamas neuer Freund

Stadtwald..  „Alles Familie!“ ist die Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek München über Familiendarstellungen in aktuellen Bilderbüchern überschrieben, die noch bis zum 8. März im Augustinum zu sehen ist (9-19 Uhr, Renteilichtung 8; Eintritt frei).

Patchwork- oder Regenbogenfamilie, Eineltern- oder Großfamilie. Der Begriff Familie ist heute viel weiter gefasst als noch vor 30 Jahren. Darauf hat auch die Literatur reagiert, etwa mit gar zauberhaften Kinder- und klugen Jugendbüchern zu allen nur denkbaren Familienkonstellationen.

In der von der Internationalen Jugendbibliothek München kuratierten Ausstellung „Alles Familie!“ zeigt das Augustinum Familiendarstellungen in 51 aktuellen Bilderbüchern. Da geht es etwa um „Dreiviertelpapas“ und „Zweitväter“, um Bluts-, Wahl- und manchmal auch „Qualverwandtschaft“. Es geht um Mamas neuen Freund, der schon auf dem Buchcover große Schatten auf die Welt des kleinen Jungen wirft, oder um die Räuberkinder, die mit ihren Köfferchen unterwegs sind, weil sie abwechselnd beim Vater und der Mutter leben, wobei sich die Sache noch durch die Prinzessinnenkinder der neuen Freundin des Vaters und die Drachenkinder des neuen Freundes der Mutter verkompliziert. „Familie ist heute kein starres Lebensmodell mehr, sondern ein Lebensraum im Umbau“, sagt Christiane Raabe, Leiterin der Internationalen Kinder- und Jugendbibliothek. Deshalb werden Fragen nach der Rolle von Eltern, Großeltern und Geschwistern ebenso aufgeworfen wie die nach dem Umgang mit Scheidung, Patchwork und anderen neuen Formen der Familie. Und es wird die Rolle der Kinderliteratur hinterfragt. Bildet sie zum Thema Familie Entwicklungen ab – und zwar sowohl gesellschaftliche als auch spezifisch kinderliterarische?