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Domain-Endung „.ruhr“ wird ab Sommer vergeben

16.01.2013 | 14:00 Uhr
Domain-Endung „.ruhr“ wird ab Sommer vergeben
In den USA wurde sich für 185.000 Dollar um die Domainendung ".ruhr" beworben.Foto: Oliver Müller

Essen.   Seit dem 21. Dezember können Firmen, Organisationen oder auch Privatleute die Domainendung ".ruhr" vorbestellen. Möglich ist das durch Bernhard Lüders, der die Firma Regiodot gründete. Schon jetzt ist das Wort Ruhr ein Bestandteil in über 10.000 Domains.

Mehr als 500 gute Gründe, warum es eine gute Idee war, sich in den USA für 185.000 Dollar um die Domain-Endung „.ruhr“ zu bewerben, zählt Bernhard Lüders. Und das in 20 Tagen. Seit dem 21. Dezember können Privatleute, Firmen, Organisationen und Kommunen bei seiner Firma Regiodot Wunsch-Domains mit der Revier-Endung vorbestellen. Regiodot wurde auf Initiative der Gesellschafter des Sutter Telefonbuchverlag gegründet, „um Heimatgefühle im In­ternet zu wecken und die Region im Netz bekannter zu machen“.

Dank etwas Losglück ist das wohl bereits ab diesem Sommer möglich – und nicht erst ab 2014 / ‘15. Denn „.ruhr“ wird von der „In­ternet Corporation for Assigned Names and Numbers“ (ICANN), die oft als Weltregierung des Internets bezeichnet wird, mit höherer Priorität behandelt als alle neuen Top-Level-Domains mit Regionalbezug in lateinischer Schrift.

Platz zwölf im Losverfahren

1930 Bewerbungen hat die ICANN, die von Los Angeles aus über Grundlagen und technischen Aspekte des Internets entscheidet, im vergangenen Jahr entge­gen genommen. 13 wurden zurückgezogen, alle anderen gilt es nun nacheinander zu bear­beiten. Und das dauert, nicht aber für „.ruhr“. Die Essener landeten im Losverfahren auf Platz zwölf. Top-Level-Domains wie .hamburg, .bayern, .berlin, .london, .paris und .nyc (New York) müssen sich mit Startplätzen hinter dem Revier zufrieden geben. Schon jetzt bilde das Wort Ruhr einen Bestandteil in über 10.000 Domains. Lüders: „Das verstehen wir als deutlichen Indikator für das Bedürfnis vieler Ruhrgebietler, ihre Verbundenheit zur Region zum Ausdruck zu bringen.“

Regiodot wird mit Registratoren kooperieren

Regiodot wird, ähnlich wie die für „.de“-Domains zuständige DENIC, Domains nicht direkt an die Endverbraucher vermarkten, sondern mit so genannten Registratoren wie Strato und 1und1 kooperieren. An diesem Geschäft wolle sich die Mutterfirma, der Sutter Verzeichnisverlag, ebenso beteiligen. Auch dort zeichnet Lüders verantwortlich. Mit rund 35 Euro pro Jahr müssten Kunden für eine neue „.ruhr“-Domain rechnen. „Der Preis wird von Registrator zu Registrator unterschiedlich sein, da lohnt ein Vergleich für die Kunden“, betont Projektmanagerin Anja Elsing.

Meldung vom 14.6.2012
RWE-Konzern bewirbt sich um Internetendung ".rwe"

Der Energiekonzern RWE bewirbt sich um die Zulassung seines Firmenkürzels als Domain-Endung. Etwa 143.000 Euro hat das Unternehmen für die bloße Bewerbung zahlen müssen. Auch Rot-Weiss-Fans dürfen hoffen, dass sie die Abkürzung nutzen dürfen - wenn der Energieversorger mitspielt.

In der Datenbank zählt sie viele Vorbestellungen von Privatleuten, die ih­ren Namen sichern wollen. Wörter wie Tourismus, Gott, „zubesuch“, „komm-zur“, Metropole, Kultur, „anne“, Glückauf, Baldeneysee , Rechtsanwalt, Events, Currywurst, Dolmetscher, Hausmeisterservice und Arzt seien bereits für die „.ruhr“-Endung vorgemerkt worden.

Registrierung läuft in mehreren Phasen

Die Registrierung laufe, sofern Regiodot den Zuschlag erhält, ab Sommer in mehreren Phasen ab: Die erste Phase ist Inhabern von Marken und ähnlichen Rechten vorbehalten. In Phase zwei können Firmen, Organisationen und Privatleute aus der Region ihre Wunsch-Domains reservieren. Die dritte Phase ist für jeden offen. „Für sehr begehrte Domains wie sport.ruhr oder hotel.ruhr wird es Auktionen geben“, sagt Elsing. So habe jeder die gleiche Chance, den Zuschlag zu erhalten. Mehr Infos zu „.ruhr“ gibt’s unter www.dotruhr.de. Dort kann auch vorbestellt werden.

Fast 2000 Bewerbungen – die meisten kommen aus Nordamerika und Europa

Von den ursprünglich 1930 Bewerbungen, die bei der ICANN eingegangen sind, beziehen sich 66 auf geografische Namen, 116 sind internationalisierte Domain-Endungen auf arabisch, chinesisch oder kyrillisch. Bewerbungen kamen aus 60 Ländern: 911 aus Nordamerika, 675 aus Eu­ropa, 17 aus Afrika, 303 aus dem asiatisch-pazifischen Bereich und 24 aus Lateinamerika / der Karibik. Beispiele: .apple, .amex, .aol, .bauhaus, .bayern, .beer, .berlin, .blog, .book., .art, .design, .dubai, golf, .hamburg, .hotel, .lidl, .pizza, .saarland, .sap, .schmidt, .schaeffler, .schwarz, .sex, .spiegel. .sport, und .theater. Mehr: www.icann.org

Pascal Hesse



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