Doch keine Gefahr durch Hochwasser

Es war ein Fehler in der Modellrechnung, nur ein kleiner. Aber die Auswirkungen wären gravierend gewesen. Große Teile der Ufer des Baldeneysees sollten als Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden. Die Wassersportvereine und Anlieger fürchteten Einschränkungen, die ihre Existenz gefährden könnten. Doch nun wird zurückgerudert. Über 90 Prozent der betroffenen Flächen werden doch nicht zu Überschwemmungsgebieten erklärt, bestätigte gestern die Düsseldorfer Bezirksregierung.

Weil ein Hochwasser doch anders ausfallen würde – als bisher in Düsseldorf angenommen wurde. „Vereine und Anlieger können aufatmen“, freute sich der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Weckmann, der sich vor wenigen Tagen mit Betroffenen und Beteiligten traf.

Zu verdanken ist die positive Wende auch einem ehemaligen Mitarbeiter des Ruhrverbandes, der darauf hinwies, dass die Wasserhöhe des Steuerungspegels, bei der das Wehr aktiviert werden würde, in der Modellanalyse zu hoch angesetzt worden war. „Das ist ihm zum Glück aufgefallen. Er hatte 40 Jahre am Wehr gearbeitet. Und es war gut, dass einer mit so einem Fachwissen bei der Anhörung dabei war“, sagte William Wolfgramm, Sprecher der Bezirksregierung. „Dafür sind ja Bürgeranhörungen da. Relevante Hinweise sind für uns wichtig.“

Die neuen Ergebnisse decken sich auch mit dem Gutachten der Uni Kassel, den der Ruhrverband als Eigentümer des Baldeneysees in Auftrag gegeben hatte. Ruhrverband-Sprecher Markus Rüdel kündigte Hilfe und Gespräche mit den zwei bis drei Anliegern an, deren Areale künftig als Überschwemmungsgebiete betrachtet werden.