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Affäre

Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat

13.07.2012 | 20:25 Uhr
Fliegt Reiner Eismann wegen dieses Gefährts? Der Flughafen-Geschäftsführer und sein Lexus 450.

Essen.   Nach den bekanntgewordenen Einzelheiten über den neuen Dienstwagen von Flughafen-Geschäftsführer Reiner Eismann fordern die Parteien in Essen eine Sondersitzung des Aufsichtsrates. Die Grüne Elisabeth van Heesch-Orgaß hat bei Eismann „eine erschreckende Selbstbedienungsmentalität“ ausgemacht.

In Ferienzeiten geht es auf Flughäfen hoch her, und in diesem Jahr gilt dies auch für den kleinen Airport an der Essen-Mülheimer Stadtgrenze: Nach den bekanntgewordenen Einzelheiten über den neuen Dienstwagen von Flughafen-Geschäftsführer Reiner Eismann fordern Essens CDU und Grüne jedenfalls eine Sondersitzung des Aufsichtsrates. Dort soll nach den Worten von Elisabeth van Heesch-Orgaß (Grüne) unter anderem die Frage geklärt werden, inwieweit Eismann bei der Bestellung seines neuen Dienstwagens seine Kompetenzen überschritten hat. Außerdem sei zu erörtern, „warum der offensichtlich seit Wochen gärende Vorgang gegenüber dem Aufsichtsrat im Kontext des Wirtschaftsplanes für 2012 nicht offengelegt worden ist“.

Van Heesch-Orgaß erkennt „eine erschreckende Selbstbedienungsmentalität“. Für Jörg Uhlenbruch von der CDU offenbart der Vorgang aber auch das „Versagen“ der Aufsichtsratsvorsitzenden und Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. „Um Licht in die Angelegenheit zu bringen“, plädiert auch er für eine Sondersitzung.

Udo Bayer vom Essener Bürger Bündnis entrüstete sich gestern über das Dienstwagen-Geschacher als „Dreistigkeit, die ich für inakzeptabel halte“. Auch der Flughafen Essen-Mülheim habe sich „uneingeschränkt“ den Sparnotwendigkeiten zu stellen. Geschäftsführer hätten darin eine Vorbildfunktion, „auch wenn es ihnen möglicherweise schwerfällt“. Auch Bayer beklagt mangelnde Transparenz und legt sich – anders als CDU und Grüne schon fest: Eine Vertragsverlängerung für Eismann komme für ihn „nicht in Frage“.

Video
Pierre Ponomareff dreht im Luftschiff über dem Ruhrgebiet seine Runden.

Die Stadt Essen stellt wie auch die Stadt Mülheim und das Land NRW vier der zwölf Mitglieder im Flughafen-Aufsichtsrat.


Kommentare
16.07.2012
23:55
Kompetenzüberschreitung - bewusste Täuschung?
von juppko | #16

Hat der Geschäftsführer die Kompetenzen überschritten? Hierbei interessiert weder die wirtschaftliche Lage des Flughafens noch die Rahmenbedingungen die zu den Jahresergebnissen führen. Ein Wirtschaftsplan ist keine Bilanz, sondern wie das Wort sagt eine Vorschau - einschl. Plan zu den Neuanschaffungen 2012 . Es wird Regelungen geben, die besagen, dass der Geschäftsführer im Rahmen der vom Aufsichtsrat beschlossenen Planung handeln darf. Wenn er die Anschaffung seines Dienstwagens (den er auch privat nutzt) nicht in die Planung aufgenommen hat, dann ist "etwas faul im Staate Dänemark". Der Mann sieht schließlich den km-Stand und kennt die Verträge und weiß daher wann eine Neuanschaffung fällig ist. Welche Punkte hat er evtl sonst noch in seiner "Wirtschaftsplanung" für den Flughafen "vergessen"? Ich würde ihm keine Dummheit unterstellen, eher berechnende Selbstgefälligkeit/Selbstüberschätzung. Wer solche Fehler macht ist untragbar- in dieser Gehaltsklasse und Funktion.

16.07.2012
18:23
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von Rollstuhlfahrer | #15

@ trickflyer (Beitrag #14)

Selten so ein fundiertes, informatives, sachbezogenes posting gelesen. Da drängt sich mir geradezu der Verdacht auf, Sie sind prädestiniert als "Co-Journalist" für die WAZ zu schreiben.

16.07.2012
14:51
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von trickflyer | #14

ist der noch nicht raus gepfeffert?

16.07.2012
10:00
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von Rollstuhlfahrer | #13

... und weiter lesen wir:

Das Land NRW hat dieses Ziel in den Koalitionsverhandlungen zur bestehenden Regierungskoalition festgelegt (Koalitionsbeschluss vom 6.7.2010). Dem gegenüber steht das sogenannte Aero-Club-Urteil des OVG, das besagt, dass bis zum Jahre 2034 Motorflugbetrieb für Zwecke des Aero Clubs aufrecht erhalten bleiben muss

2 Antworten
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Name von Moderation entfernt | #13-1

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Lagebericht
von juppko | #13-2

Für unwissende: Der Lagebericht wird vom Geschäftsführer geschrieben!!

Dieser wird sich wohl kaum selbst Schuld an schlechten Ergebnissen geben - selbst wenn er Schuld hätte.

16.07.2012
09:59
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von Rollstuhlfahrer | #12

Aus d, Lagebericht:
Die Flughafen Essen/Mülheim GmbH arbeitet weiterhin unter der Maßgabe, dass sie strukturell nicht in der Lage ist, die durch den Betrieb des Flughafens entstehenden Kosten zu decken. Die drei Gesellschafter einigen sich jährlich, die Verluste durch Kapitaleinlagen auszugleichen. Nicht einigen konnten sich die Gesellschafter bisher einvernehmlich auf die Umsetzung eines neuen Unternehmenskonzeptes „Geschäftsflughafen Essen/Mülheim“, das die Ertragssituation des Flughafens deutlich verbessern würde. Seit dem Jahr 2010 besteht bei allen drei Gesellschaftern die politische Absicht, den Flughafen für die Belange der Allgemeinen Luftfahrt zu schließen, soweit dies rechtlich umsetzbar ist. Dazu haben sich die Räte der Städte Essen und Mülheim an der Ruhr (Beschluss vom 8.7.2010) ausgesprochen

16.07.2012
09:58
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von Rollstuhlfahrer | #11

Ich würde vorsichtig sein, dem GF die Schuld dafür zu geben, dass der Flughafen keine Gewinne erzielt. Stellt sich die Frage, warum dieser interne Vorgang (wir reden hier über wenige Tausend Euro verteilt über weinige Jahre, also wahrscheinlich 150 Euro im Monat) von interessierter Seite so gepusht wird. Für mich ist das eine Schmierenkomödie zwecks Stimmungsmache. Aber schauen wir doch gemeinsam in den Lagebericht 2010 und lesen:

15.07.2012
20:25
An lospolloshermanos - #9 - Mit dem Begriff Bilanzfälschung wäre ich vorsichtig
von TreuerLeser | #10

Nicht alles, was man nicht versteht oder was einem nicht gefällt, ist schon gleich gefälscht.

Wenn der aktuelle Jahresabschluß so ist wie der von 2003 (Er war für mich als einziger greifbar unter

http://ratsinfo.muelheim-ruhr.de/buerger/vo020.asp?VOLFDNR=6633&options=4),

ist da m. E. auch nicht viel zu fälschen, zumal er auch von einem WP geprüft wurde.

Mit einer Bilanzsumme von 708 T-Euro und Umsatzerlösen von 1.255 T-Euro ist er höchst bescheiden! Das erreicht evtl. jeder größere Dachdeckerbetrieb im eigenen Stadtteil!

Was mich allerdings wundert, ist, dass schon damals die Personalkosten (897 T) den Rohertrag (980 T) fast aufzehrten. Eine „Perle“ ist das Unternehmen bei solchen Kennzahlen also nicht.

Wieso dann der GF auf einem Luxusauto besteht und mit dem alten Pkw in 3 Jahren (so berichtet die WAZ in der Druckausgabe) 115.000 km (!) fuhr - das sind eher die Fragen, die ich mir stelle.

1 Antwort
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von lospolloshermanos | #10-1

Fälschung ist vielleicht das falsche Wort. Frisieren paßt wohl besser. Gut wenn ein Wirtschaftsprüfer seinen Haken macht. Der hat ja auch nur die Richtigkeit der Zahlen zu prüfen. Wenn aber ein Aufsichts(rats!)mitglied, Sie oder ich die Zahlen mal ansehen (könnten) und wir das Auto nie gesehen haben, es auch nicht in der Bilanz auftaucht, ist das eine bewußte Irreführung.

15.07.2012
17:11
Dienstwagen für Chef am Flughafen Essen-Mülheim wird Thema im Aufsichtsrat
von lospolloshermanos | #9

Der Punkt ist doch der: Eine ansonsten übliche Praxis (Bilanzfälschung) wird nur deshalb zum Thema, weil sich die OB in der Auswahl übergangen sieht. Nicht das Prozedere selbst, sondern nur das Fahrzeug selbst ist Gegenstand der Kritik.

15.07.2012
00:13
Dienstwagen wird Thema im Aufsichtsrat
von Vorstecher | #8

Mich würde mal die Privatnutzung auch steuerlich interessieren. Getankt wird Jet a 5 Kerosin , damit läuft der Diesel ganz hervorragend und das Fahrtenbuch sollen andere führen.

14.07.2012
14:00
Dienstwagen wird Thema im Aufsichtsrat- RICHTIG, aber
von ibbessen | #7

Der Flughafen ist eine GmbH, der Geschäftsführer ist in der Regel (erst einmal) alleinvertretungsberechtigt, so gesehen kann er erst einmal, ob moralisch vertretbar oder nicht Verträge abschließen.

Das Fahrzeug ist wahrscheinlich geleast, d.h. das wenn er einen Audi A6 genommen hätte, keiner gemeckert hätte. Sicher der Lexus ist gtrößer, kostet aber nicht mehr...

Es gibt also Fragen, die nicht beantwortet sind: Genaue Funktion als GF, Leasing oder Kauf,...,... aber es wird munter drauflosgeschlagen

Es gibt ausßerdem viele Unternehmen, die nur in den roten Zahlen stecken (zumindest bilanziell) , trotzdem fahren die Vorstände, Geschäftsführer etc. riesige Autos. Auch hier könnte man fragen ist es O.K. - denn es ist zwar erst einmal "privates" Geld schmälert aber etwaige Steuerzahlungen

Es ist aber trotzdem etwas peinlich und grotesk allgemein als Funktionär einer mehr oder weniger stadteigenen Tochtergesellschaft (STW, Flughafen,EBE,..) größere Autos als der Bürgermeister zu fahren,

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