Diebe stehlen dem Parkleuchten im Grugapark Scheinwerfer

Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld beim Probeleuchten für das Parkleuchten 2015. Nachdem ihm Diebe erneut angekettete Strahler gestohlen haben, setzt er nun GPS-Technik zur Ortung der Geräte ein. Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld beim Probeleuchten für das Parkleuchten 2015. Nachdem ihm Diebe erneut angekettete Strahler gestohlen haben, setzt er nun GPS-Technik zur Ortung der Geräte ein. Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit Jahren entwenden Unbekannte während des Parkleuchtens in der Gruga offenbar gezielt Scheinwerfer. Lichtkünstler setzt nun GPS-Technik ein.

Essen.. Die Empörung war groß, als Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld der Facebook-Fangemeinde des beliebten Parkleuchtens jüngst das Schild präsentierte, das seine Mitarbeiter im Grugapark an einem Baum aufhängen mussten: „Leider sind hier die Scheinwerfer gestohlen worden.“ Letzten Donnerstag haben Unbekannte zwei LED-Strahler im Gesamtwert von 500 Euro entwendet. In den Vorjahren verursachten dreiste Diebe noch größeren Sachschaden, wie Wolfgang Flammersfeld nun verrät.

Wobei den 62 Jahre alten Inhaber der „F&H Kultur & Entertainment GmbH“ aus Unna mehr noch als der finanzielle Verlust ärgert, „dass das Bild vom leuchtenden Park zerstört wird und nicht nur unser Team – und indirekt auch unsere Familien – bestohlen wurden, sondern auch alle Besucher des Parkleuchtens. Das empfinde ich schon als asozial.“ Obendrein sei es „sehr stressig, möglichst schnell Ersatz herbeizuschaffen“.

Tatort ist immer die Allee am Lindenrund

Mehrmals zeigte Flammersfeld die Diebstähle in den Vorjahren an: Die Täter hatten die Eisenketten, mit denen die Scheinwerfer seit der zweiten Auflage des Parkleuchtens 2011 gesichert sind, immer wieder mit einem Seitenschneider geknackt. Vorigen Donnerstag aber wurden die Bügel der angeketteten Spots sogar aufwendig mit einem Inbus abgeschraubt.

Die Dreistigkeit der Diebe macht auch Gruga-Sprecher Eckhard Spengler fassungslos: „Diese Leute gehen offenbar gezielt vor.“ Ein Indiz dafür: Immer wurde das technische Gerät an der beleuchteten Allee zwischen Botanischem Garten und Lindenrund – für viele Besucher ein Höhepunkt – gestohlen. So auch vorigen Donnerstag wieder. „Um 16 Uhr hat der Beleuchter die Scheinwerfer angeschaltet“, so Spengler. „Als er um 16.45 Uhr zurückkehrte, waren sie weg.“ Er vermutet, dass die Diebe des Lichts „zuschlagen, bevor es abends dunkel und voll wird im Park“ und ihre Beute dann „schnell über einen Zaun wegschaffen“.

„Irgendwann erwischen wir einen von denen“

Dabei seien im Park neben Mitarbeitern der Gruga, dem Schließdienst und dem F&H-Team auch zahlreiche Sicherheitsleute unterwegs, so Spengler. Nach den Straftaten der vergangenen Jahre habe die Polizei sogar Zivilstreifen im Park patrouillieren lassen. „Aber bei 600 000 Quadratmetern Fläche können wir nicht immer überall kontrollieren“, erklärt Spengler. Das weiß auch Wolfgang Flammersfeld. Darum hat er nun winzige GPS-Sender gekauft und diese an einigen Strahlern angebracht. Mit Hilfe dieser „Mini-Tracker“ könnte er gestohlene Scheinwerfer ausfindig machen. Er hofft: „Irgendwann erwischen wir einen von denen.“

Wie Besuchern die Lichtkunst beim Parkleuchten 2015 gefällt

„Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert und liebe es, hier Fotos zu machen. Ich entdecke immer wieder andere Motive. Auch wenn es hier und da Wiederholungen gibt – also gleiche Leuchtszenen –, für mich wird’s nie langweilig. Ich glaube, manche Leute haben einfach überzogene Erwartungen, erwarten jedes Jahr ein noch tolleres, noch spektakuläreres Parkleuchten.“ Günter Eisner

„Wenn ich den Vergleich anstelle, dann gab es vor zwei Jahren mehr illuminierte Flächen und mehr Lichtobjekte. Das stört mich nicht. Ich finde es einfach schön, mit Freunden und Familie zu einer eher ungewöhnlichen Tageszeit durch die Gruga zu schlendern, einen Glühwein zu trinken und diese tolle Stimmung, die die Lichter erzeugen, auf mich wirken zu lassen.“ Petra Rodin

„Ich lasse die illuminierte Gruga einfach auf mich wirken und genieße den Abend hier. Man findet so viele tolle Fotomotive. Die Installationen müssen für mich nicht unbedingt spektakulär sein, mir reicht es schon, die unglaublich schön beleuchteten Baumriesen hier im Park zu sehen. Allein dafür hat sich das Kommen auf jeden Fall gelohnt.“ Jasmin Morgenstern

„Ich bin wirklich enttäuscht und etwas gelangweilt. Schon im Vorjahr hat das Parkleuchten nachgelassen. Und jetzt gibt es noch weniger aufregende Lichtobjekte und Installationen, habe ich das Gefühl. Früher war die ganze Tummelwiese beleuchtet, heute ist da kaum ein Element. Verglichen mit dem Parkleuchten 2013 ist das ein bisschen mager.“ Joachim Hildebrandt

„Einige Besucher kommen mit den Highlights der Vorjahre im Kopf hierhin und sind dann enttäuscht, wenn sie diese nicht wiederfinden. Aber Lichtkünstler Flammersfeld muss so kreativ sein, jedes Jahr was Neues zu bringen. Besucher sollten nicht mit der Erwartungen kommen, dass ihnen jede einzelne Installation gefällt.“ Eckhard Spengler, Sprecher des Grugaparks (vee/pw)