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Die Villa Hügel in Essen - wie sie kaum jemand kennt

19.08.2012 | 13:00 Uhr
Die WAZ führt Besucher durch die sonst verschlossenen Räume in der Villa Hügel.Foto: Stefan Arend

Essen.   WAZ-Leser bekamen im Rahmen unserer Sommeraktion eine Führung abseits der üblichen Wege: Es ging hoch ins Belvedere, in den Dienstbotentrakt und in den weitläufigen Keller. 8300 Quadratmeter Wohnfläche zählt das Haus, verteilt auf 269 Räume.

Ein Besuch der Villa Hügel ist für Essener sicher Standard, auch eine Führung haben schon viele gemacht. Aber wer durfte schon mal in den Keller steigen, wer das so genannte „Belvedere“ über der oberen Halle betreten oder die Mädchenzimmer von Bertha und Barbara Krupp besichtigen?

Eine Gruppe von WAZ-Lesern bekam jüngst die Gelegenheit, die Villa Hügel so zu sehen, wie es bisher nicht vielen vergönnt war: Abseits der üblichen Pfade ging es in Räume und Etagen, die sonst verschlossen oder besonderen Besuchern vorbehalten sind. Es war, da waren sich alle einig, ein hochinteressantes Erlebnis.

Ein Blick in die Villa Hügel

Als Einstieg liefert Manuela Fellner-Feldhaus, Mitarbeiterin des Historischen Archivs Krupp, in der Eingangshalle dennoch erst einmal Basiswissen: 8300 Quadratmeter Wohnfläche zählt das Haus, verteilt auf 269 Räume. Bis zu 640 Bedienstete sorgten in der Spitze dafür, dass der Betrieb innen wie auch im weitläufigen Park funktionierte und das alles in Schuss blieb, wie es vor allem den Frauen der Krupps sehr wichtig war. Die Villa Hügel, das war in ihren Hoch-Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg eine Mischung aus Hofstaat, Wohnmaschine und Unternehmensrepräsentanz.

Über eiserne Wendeltreppen

Fellner-Feldhaus führt die WAZ-Leser über verstecke Aufzüge und enge, eiserne Wendeltreppen zunächst ins Belvedere. Wie die 1873 fertiggestellte Villa Hügel aussah, bevor spätere Generationen sie Anfang des 20. Jahrhunderts mit Unmengen an Holz wohnlich machten, lässt sich hier noch gut erahnen: Es war ein Haus aus Eisen und Stein, kalt und alles andere als gemütlich, wie schon zeitgenössische Beobachter berichteten.

„Alfred Krupp hatte große Angst vor Feuer“, sagt Fellner-Feldhaus, daher die Wahl der Materialien. Große Schächte belegen Krupps Ehrgeiz, das Haus technisch zu belüften, was zu seinen Lebzeiten allerdings nur unzulänglich gelang. Der Blick von hier oben ist in alle Richtungen prächtig, reicht bis zur Villa von Berthold Beitz, der seinerseits einen wunderbaren Blick auf den Hügel genießt.

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2012-08-19 13:00
Villa Hügel, Historisches Archiv Krupp, Krupp, Eisen, Stahl, Feuer,
Essen