Die umstrittene Jahrhundert-Reform

Am 1. Januar 2005 startete mit Hartz IV die größte und umstrittenste Sozialreform der Nachkriegszeit. Ihr Name geht auf ihren „Erfinder“, den ehemaligen VW-Manager Peter Hartz zurück.

Damals wurden Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II, Hartz IV, zusammengelegt. In Essen kamen so rund 20 000 arbeitslose Sozialhilfeempfänger und rund 8000 Arbeitslosenhilfe-Bezieher in die Obhut des neu geschaffenen Jobcenters.

Der Hartz-IV-Satz steigt 2015 um gut zwei Prozent. Alleinstehende erhalten 399 Euro und damit 8 Euro mehr als bisher; plus Kosten für Miete und Heizung.

Fördern und fordern sollte das Prinzip von Hartz IV sein. Auf der einen Seite müssen Arbeitslose zumutbare Jobs annehmen. Auf der anderen Seite soll sich das Jobcenter intensiver um Vermittlung und Qualifizierung kümmern. Sozialverbände kritisieren jedoch, dass die Jobcenter vor allem verwalten statt zu fördern.