Die Steeler Ruhrwiesen, Essens schöne Künstenpfade

Idylle pur: Zwar ist das Schwimmen in der Ruhr verboten, doch viele Spaziergänger nutzen die Gelegenheit, die Füße ins Wasser baumeln zu lassen.
Idylle pur: Zwar ist das Schwimmen in der Ruhr verboten, doch viele Spaziergänger nutzen die Gelegenheit, die Füße ins Wasser baumeln zu lassen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Entspannt lässt sich Zeit in den Steeler Ruhrwiesen verbringen. Einzig das Rauschen der Ruhr, die über Wasserkaskaden teils in Richtung Wasseraufbereitungsanlage Steele-Horst fließt, stört die Stille. Kein Essener Freibad kann mit einem so spektakulären Standort aufwarten wie das des SV Steele.

Essen.. Wollte ein Makler für das Freibad des SV Steele 11 werben, die Anzeige würde mit einem vollmundigen „Lage, Lage, Lage“ beginnen. Denn obwohl der Verein eher ein Zwergenbad mit nur einem Becken und überschaubarer Liegefläche betreibt – kein anderes Schwimmbad in der Stadt kann mit einem auch nur annähernd so spektakulären Standort aufwarten. Gelegen direkt an der Ruhr, die Liegewiesen nur durch einen Zaun von den Steeler Ruhrwiesen getrennt, fügt sich das Bad ins landschaftliche Idyll.

Und gleichwohl es streng verboten ist, in der Ruhr zu baden, haben immerhin Kanuten und Ruderer Gelegenheit, über den Fluss am vereinseigenen Bootssteg anzulanden. So ist das Bad beliebt bei Kanu-Touristen wie bei Schwimmern. Besonders Familien mit kleineren Kindern schätzen die überschaubare Fläche und das umzäunte Becken, das nur zwei Zustiegsmöglichkeiten bietet, was hilft, den Nachwuchs zu bremsen.

Related content Doch der Herbst naht und so liegt an diesem Mittag das Becken trotz strahlenden Sonnenscheins verlassen. Hundebesitzer laufen vorbei, steuern zielsicher den Weg, der am Vereinsgelände entlang hinab zu den Ruhrwiesen führt, an. Vom Straßenlärm ist hier nichts zu hören. Die Auto-Karawane, die stetig über die Westfalenstraße zwischen Steele und der Ruhrallee pendelt, ist nicht zu hören. Wohnbebauung schirmt die Wiesen ab.

Wasser strömt zur Uferseite

Umso mehr fällt, beim Weg gen Annental, das Rauschen des Wasser auf; und das, obwohl die Ruhr an dieser Steele eher gemächlich zu fließen scheint. Was täuscht: Denn mit viel Kraft strömt das Wasser zur anderen Uferseite hin, wird über Kaskaden in die Wasseraufbereitungsanlage Steele-Horst geleitet. Machen wir also Rast, lassen die Beine über dem Wasser baumeln.

Am gegenüber liegenden Flussufer schreckt ein Schwarm Graugänse auf. Durch die Wiesen gelangen wir wieder auf den Leinpfad. Ein angenehm zugehenden Spazierweg. Denn während am Baldeneysee immer wieder Radler und Fußgänger um ihr „Wegerecht“ streiten, führen durch die Steeler Ruhrwiesen gleich zwei Wege, die getrennt sind durch einen Grünstreifen.

Lauen Sommerabend am Wasser

Das ist Essen Auf der Brücke, die über einen Zufluss führt, treffen sich Radler und Läufer, um dann erneut getrennte Wege zu gehen. Links geht es wieder hinab in die Wiesen, rechts sind Radtouristen unterwegs zum See. Ein paar liegengebliebene Flaschen „erzählen“ noch von lauen Sommerabenden am Wasser. Einmal noch wird es in diesem Jahr voll werden auf den Wiesen beim Spektakel „Feuer und Flammen an der Ruhr“, dem Nachfolger des abendlichen Feuerwerks „Ruhr in Flammen“, das vom 20. bis zum 22. September tausende Besucher in die Ruhrauen ziehen wird, bevor es wieder still wird im Pantoffelgrün an der Ruhr.

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