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„Die Stadt verdient viel Geld  mit dem Essener Karneval“

31.01.2016 | 14:00 Uhr
„Die Stadt verdient viel Geld  mit dem Essener Karneval“
In Rüttenscheid ist Rosenmontag immer richtig was los.Foto: Stefan Arend

Essen.   Bevor die heiße Phase der Session startet, spricht das Festkomitee über Sicherheit beim Rosenmontagszug, städtische Sponsoren und den Nutzen für Essen.

Die heiße Phase der Karneval-Session rückt näher: Am Donnerstag ist Weiberfastnacht. Gleich danach leitet das Wochenende zum Rosenmontag und den großen Umzügen über. Bevor die Post abgeht, schauten Patrizia Adamski, Nicole Steeger und Oliver Weiß vom Festkomitee Essener Karneval in unserer Redaktion vorbei.

Kaum hat der Karneval Fahrt aufgenommen, ist er am 10. Februar wieder vorbei. Ist eine kurze Session ein Vorteil oder ein Nachteil?

Patrizia Adamski: Es ist anstrengend. Da reiht sich Termin an Termin. Es gibt keinen freien Tag. Bei einer längeren Session ist das entspannter.

Nicole Steeger: Für unser Prinzenpaar Andre I.und seine Assindia Carolina I. ist es ein Vorteil, dass sie sich nicht so viel Urlaub nehmen müssen. Es ist ja, wie bei vielen von uns, eine ehrenamtliche Tätigkeit. Die beiden haben gut zu tun.

Mit Spannung werden die Rosenmontagszüge erwartet, als Highlights in Essen. Neben dem Wetter ist die Sicherheit ein Thema.

Oliver Weiß: Sicherheit hat Priorität. Und wir haben keinerlei Bedenken und spüren auch keine Unsicherheit. Oder haben Sie Angst, wenn Sie ins Stadion von Rot-Weiss zum Fußball gehen? Es gab in den letzten Jahren keine besonderen Vorkommnisse. Wir sind aber am Abend des Rosenmontags auch froh, wenn alles geschafft ist.

Karneval
Das sind die Essener Karnevalsumzüge 2016
Das sind die Essener Karnevalsumzüge 2016

Die Freisenbrucher und die Heisinger Karnevalisten haben in diesem Jahr wegen der erhöhten Sicherheitsauflagen ihre Umzüge abgesagt. Zu hoch sind die Kosten für Ordner, Absperrungen und Evag-Umleitungen. Sechs Umzüge bleiben den Essener Jecken aber in der Session 2015/2016 erhalten.

Hahneschlacht in Frohnhausen

Die KG Hahnekopp startet traditionell eine Woche vor dem großen Karnevalstreiben mit ihrem Umzug samt Hahneschlacht. Dieser beginnt am Sonntag, 31. Januar, um 14 Uhr vor der Gastronomie St. Elisabeth in der Dollendorfstraße und zieht über Kerckhoffstraße, Berliner Straße, Kuglerstraße, Gervinusstraße, Frohnhauser Straße und Raumerstraße zurück zur Gastronomie St. Elisabeth. Dort beginnt um 15 Uhr die Hahneschlacht. Dabei sitzen Vereinsmitglieder und Königsanwärter auf einem Wagenrad und müssen mit Holzschwertern einen Kunst-Hahn köpfen. Wer das schafft, wird König der KG Hahnekopp. Krönung: 20.11 Uhr.

Bollerwagenumzug in Werden

„Wir feiern einen gemütlichen Straßenkarneval“, sagt Peter Gabka, Ehrenpräsident der Werdener KG Lindenbeck. Am Sonntag, 7. Februar, ziehen die Narren ab 11.11 Uhr ihre Bollerwagen von der Dückerstraße, Ecke Heckstraße durch die Werdener Altstadt bis zum Rathaus. Dort begrüßt Peter Gabka das Essener Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar auf dem Balkon. Beim Bollerwagenumzug kann jeder mitlaufen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

„Kikabo“ in Borbeck

Die kleinsten Jecken treffen sich am 7. Februar um 13 Uhr auf dem Höltingplatz in Borbeck zum Kinderkarnevalsumzug. Ab 13.25 Uhr geht es über die Gerichtstraße, Germaniastraße, Vinckestraße, Marktstraße, Borbecker Straße und Schloßstraße zur Dubois-Arena. Hier warten Clown BoBoRi und die Jugendtanzgarde BBB auf die Kinder.

Karnevalsumzug in Kettwig

Nach vierjähriger Auszeit rollte 2014 wieder der Karnevalszug in Kettwig. Zwei Jahre mussten sich die Kettwiger Jecken nun gedulden, aber dieses Jahr ziehen wieder neun Wagen und die Fußgruppen mit rund 700 Jecken durch die Straßen. Sie treffen sich am 7. Februar am Parkplatz von Kaisers und werfen ab 14.11 Uhr Kamelle in der Kettwiger Innenstadt. Der Zug endet am Rewe-Parkplatz. Anschließend feiern die Kettwiger Karnevalisten mit einer Party auf dem Marktplatz in den Abend hinein.

Rosenmontag in Rüttenscheid

52 Zugnummern setzen sich Rosenmontag (8. Februar) beim größten Essener Karnevalsumzug um 13.11 Uhr am Gruga-Parkplatz P2 in Bewegung. 20 Wagen, vier Musikzüge und Fußgruppen ziehen drei Kilometer bis zur Rolandstraße (Streckenverlauf siehe Grafik). Wie im vergangenen Jahr löst sich hier der Zug auf, damit der Busverkehr am Bahnhof nicht umgeleitet werden muss. Acht Züge und die Prinzenpaare fahren weiter zum Kupferdreher Rosenmontagsumzug. Zugleiterin Sabine Sander erwartet 60 000 bis 80 000 Besucher. Angst vor Zwischenfällen hat sie nicht: „Wir gehen mit einem guten Gefühl in den Umzug.“

Rosenmontag in Kupferdreh

Mit fünf Kilogramm gelb-blauem Konfetti startet der 144. Kupferdreher Rosenmontagsumzug um 16.11 Uhr am Hinsbecker Berg. Nachdem das Seidenpapier in die Luft geschossen wurde, ziehen 48 Fußgruppen und Wagen über die Kupferdreher Straße bis zum Möllneyer Ufer. Der Festausschuss Kupferdreher Karneval (FKK) erwartet rund 50 000 Besucher. „Bei gutem Wetter können es auch 10 000 mehr sein“, sagt Gisela Tüffers, Vorstandsmitglied des FKK und Organisatorin des Rosenmontagumzugs. Die Wetterkerze hat sie bereits angezündet, nun hofft sie, dass „die nett hergemachten Kinder nicht nass werden“. Zum ersten Mal seit Jahren sind beim Umzug wieder Pferde angemeldet. Ob die Sicherheitsauflage mit vierzehn Ordnern für fünf Pferde erfüllt werden kann und die Tiere, wie geplant, wirklich mitlaufen, ist noch unklar.

Steeger: Es gibt seit Jahren ein Sicherheitskonzept , das ständig optimiert wird. Dieses Jahr gibt es eine zusätzliche TÜV-Prüfung der gesamten Wagen und nicht nur, wie bisher, der Aufbauten. Die Wagen stehen ja 364 Tage im Jahr und kommen dann zum Einsatz.

Adamski: Wir führen zudem ständig Gespräche mit der Feuerwehr, der Polizei und den verschiedenen Ämtern der Stadt.

Mit der Stadt und ihren Töchtern haben Sie viel zu tun. . .

Steeger: Es ist ja ein Geben und ein Nehmen. Wir organisieren ehrenamtlich den großen Rosenmontags-Umzug durch Rüttenscheid, stehen in der Verantwortung. Und die Stadt verdient ja direkt und indirekt viel Geld mit dem Karneval. Die Gastronomie, die Taxen, die Hotels, die Evag, die Steuern, die gezahlt werden.

Adamski:
Die Stadttöchter sind gleichzeitig unsere größten Sponsoren, also vor allem die EBE, die RGE und die GSE. (Anmerkung der Redaktion: Entsorgungsbetriebe, Reinigungs-Servicegesellschaft, Grundstücksverwaltung). Für deren Leistungen müssen wir nicht bezahlen.

Steeger: Bei den städtischen Töchtern ist mit Blick auf den Etat aber auch immer Sparen ein Thema. Dann rücken solche Leistungen in den Fokus. Auch da werden viele Gespräche geführt.

Adamski: Der Rosenmontagszug 2016 ist gesichert. Für uns ist aber auch die Zukunft wichtig. Denn ohne diese Unterstützung würden wir erhebliche Probleme bekommen. Dann wäre so ein Zug als Brauchtum irgendwann nicht mehr organisierbar. Auch deshalb heißt das Motto unserer Session „Tradition verpflichtet“. Was gerne vergessen wird: Wir nehmen ja kein Geld über Eintritt ein. Es ist alles kostenlos. Die Süßigkeiten, die geworfen werden, bezahlen die Gesellschaften selbst.

Weiß: Und auch 2016 gibt es wieder mehr als 50 Wagen und Gruppen. Lassen Sie sich von den Mottowagen überraschen.

Gut für Sie: Der neue Oberbürgermeister Thomas Kufen ist ausgewiesener Karnevalist.

Adamski: Das stimmt. Die Gespräche, die wir mit ihm hatten, waren auch sehr konstruktiv.

Mal sehen, wie viel Spaß er am Rathaussturm hat. Und wie er erstmals als OB auf dem Wagen beim Rosenmontagszug agiert...

Steeger: Das sehen wir frühestens 2017. Dieses Jahr hat sich Herr Kufen freigenommen – er ist auf Hochzeitsreise.

Linda Heinrichkeit und Thorsten Schabelon

Kommentare
01.02.2016
10:42
„Die Stadt verdient viel Geld  mit dem Essener Karneval“
von bloss-keine-Katsche | #3

"Und die Stadt verdient ja direkt und indirekt viel Geld mit dem Karneval. Die Gastronomie, die Taxen, die Hotels, die Evag, die Steuern, die gezahlt...
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2016-01-31 14:00
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