„Die Stadt verdient viel Geld  mit dem Essener Karneval“

In Rüttenscheid ist Rosenmontag immer richtig was los.
In Rüttenscheid ist Rosenmontag immer richtig was los.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Bevor die heiße Phase der Session startet, spricht das Festkomitee über Sicherheit beim Rosenmontagszug, städtische Sponsoren und den Nutzen für Essen.

Essen.. Die heiße Phase der Karneval-Session rückt näher: Am Donnerstag ist Weiberfastnacht. Gleich danach leitet das Wochenende zum Rosenmontag und den großen Umzügen über. Bevor die Post abgeht, schauten Patrizia Adamski, Nicole Steeger und Oliver Weiß vom Festkomitee Essener Karneval in unserer Redaktion vorbei.

Kaum hat der Karneval Fahrt aufgenommen, ist er am 10. Februar wieder vorbei. Ist eine kurze Session ein Vorteil oder ein Nachteil?

Patrizia Adamski: Es ist anstrengend. Da reiht sich Termin an Termin. Es gibt keinen freien Tag. Bei einer längeren Session ist das entspannter.

Nicole Steeger: Für unser Prinzenpaar Andre I.und seine Assindia Carolina I. ist es ein Vorteil, dass sie sich nicht so viel Urlaub nehmen müssen. Es ist ja, wie bei vielen von uns, eine ehrenamtliche Tätigkeit. Die beiden haben gut zu tun.

Mit Spannung werden die Rosenmontagszüge erwartet, als Highlights in Essen. Neben dem Wetter ist die Sicherheit ein Thema.

Oliver Weiß: Sicherheit hat Priorität. Und wir haben keinerlei Bedenken und spüren auch keine Unsicherheit. Oder haben Sie Angst, wenn Sie ins Stadion von Rot-Weiss zum Fußball gehen? Es gab in den letzten Jahren keine besonderen Vorkommnisse. Wir sind aber am Abend des Rosenmontags auch froh, wenn alles geschafft ist.

Karneval Steeger: Es gibt seit Jahren ein Sicherheitskonzept, das ständig optimiert wird. Dieses Jahr gibt es eine zusätzliche TÜV-Prüfung der gesamten Wagen und nicht nur, wie bisher, der Aufbauten. Die Wagen stehen ja 364 Tage im Jahr und kommen dann zum Einsatz.

Adamski: Wir führen zudem ständig Gespräche mit der Feuerwehr, der Polizei und den verschiedenen Ämtern der Stadt.

Mit der Stadt und ihren Töchtern haben Sie viel zu tun. . .

Steeger: Es ist ja ein Geben und ein Nehmen. Wir organisieren ehrenamtlich den großen Rosenmontags-Umzug durch Rüttenscheid, stehen in der Verantwortung. Und die Stadt verdient ja direkt und indirekt viel Geld mit dem Karneval. Die Gastronomie, die Taxen, die Hotels, die Evag, die Steuern, die gezahlt werden.

Adamski:
Die Stadttöchter sind gleichzeitig unsere größten Sponsoren, also vor allem die EBE, die RGE und die GSE. (Anmerkung der Redaktion: Entsorgungsbetriebe, Reinigungs-Servicegesellschaft, Grundstücksverwaltung). Für deren Leistungen müssen wir nicht bezahlen.

Steeger: Bei den städtischen Töchtern ist mit Blick auf den Etat aber auch immer Sparen ein Thema. Dann rücken solche Leistungen in den Fokus. Auch da werden viele Gespräche geführt.

Adamski: Der Rosenmontagszug 2016 ist gesichert. Für uns ist aber auch die Zukunft wichtig. Denn ohne diese Unterstützung würden wir erhebliche Probleme bekommen. Dann wäre so ein Zug als Brauchtum irgendwann nicht mehr organisierbar. Auch deshalb heißt das Motto unserer Session „Tradition verpflichtet“. Was gerne vergessen wird: Wir nehmen ja kein Geld über Eintritt ein. Es ist alles kostenlos. Die Süßigkeiten, die geworfen werden, bezahlen die Gesellschaften selbst.

Weiß: Und auch 2016 gibt es wieder mehr als 50 Wagen und Gruppen. Lassen Sie sich von den Mottowagen überraschen.

Gut für Sie: Der neue Oberbürgermeister Thomas Kufen ist ausgewiesener Karnevalist.

Adamski: Das stimmt. Die Gespräche, die wir mit ihm hatten, waren auch sehr konstruktiv.

Mal sehen, wie viel Spaß er am Rathaussturm hat. Und wie er erstmals als OB auf dem Wagen beim Rosenmontagszug agiert...

Steeger: Das sehen wir frühestens 2017. Dieses Jahr hat sich Herr Kufen freigenommen – er ist auf Hochzeitsreise.