Die Stadt Essen warnt ihre Bürger vor dem Sturm

Einzelne Waldwege wie hier im Schellenberger Wald sind seit Ende 2014 wieder freigegeben.
Einzelne Waldwege wie hier im Schellenberger Wald sind seit Ende 2014 wieder freigegeben.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kommende Woche soll das Betretungsverbot in den Wäldern fallen, das seit dem Pfingststurm gilt. Jetzt droht mit dem nächsten Unwetter neue Gefahr.

Essen.. Kaum sind Monate nach dem Pfingstunwetter einige Waldwege in Essen freigegeben worden, schon naht mit dem Unwetter am Wochenende neue Gefahr und der Hinweis der Stadt: Bürger sollten Wälder nun lieber wieder gänzlich meiden. Die riesige Tanne auf dem Willy-Brandt-Platz hat die Feuerwehr bereits am Freitag gefällt, da diese sich bedrohlich neigte. Nun wird der Baum am Montag abtransportiert.

Ebenfalls in der kommenden Woche sollten alle Wälder nach dem Pfingststurm freigegeben werden. Voller Vorfreude haben viele darauf gewartet. Jetzt scheint ihnen die Wetterprognose die ersehnten Spaziergänge weiterhin zu verhageln.

Aus Sicht der Stadt zumindest sollen die Ela-Schäden an Bäumen entlang der Waldwege in den kommenden Tagen erledigt sein. „Wir haben jetzt die Akutschäden gesichert“, schränkt Stadtsprecherin Jeanette von Lanken gleich ein und fügt hinzu: „Unabhängig von dieser Freigabe, sollten die Bürger in den kommenden Tagen nicht in den Wald.“ Bei Sturm sei das Betreten des Waldes grundsätzlich gefährlich. Nach dem Pfingstunwetter ist es das aber umso mehr. Denn die Bäume sind mitunter angeschlagen, Äste haben Risse und könnten abknicken.

Nach Ela und der Waldsperrung wuchs bei vielen Bürgern die Ungeduld von Woche zu Woche. Einige drängten trotz des Verbots, Absperrungen und mehrfacher Appelle des Ordnungsdezernenten in die Wälder. Ende des vergangenen Jahres wurden dann zunächst 17 Wege freigegeben. Das bleiben sie nun auch, „die Menschen aber sollten dennoch aus den Wäldern bleiben“, warnt auch Meteorologe Thomas Sävert.

Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 90 Kilometer pro Stunde

Der Fachmann von der Unwetterzentrale des Dienstes Meteo-Media erläutert, was die Essener in den kommenden Tagen genau erwarten könnte: „Den Höhepunkt werden die Sturmböen in der Stadt ab Samstagnachmittag erreichen.“ Dann werden sie eine Geschwindigkeit bis zu 90 Kilometer pro Stunde haben. „Bäume können entwurzelt werden“, nennt der Meteorologe mögliche Folgen, da die Böden aufgeweicht seien. Die Situation sei nicht mit Kyrill oder Ela vergleichbar, dennoch: „Die Gefahr ist da.“

Mit Blick auf die Temperaturen wird es mit bis zu 13 Grad am Samstag sehr warm, bevor mit der Kaltfront in der Nacht zu Sonntag der Temperatursturz folgt. „Und dann das volle Programm mit Schauern, Graupel oder Schnee und damit glatten Straßen“, sagt Sävert. Wer draußen unterwegs ist, sollte „genau schauen, was über ihm schwebt“, sagt Sävert und macht gleichzeitig keine Hoffnung für kommende Woche. Rasch werde ein Tief dem nächsten folgen. „Eine Wetterberuhigung ist nicht in Sicht“, sagt er.

Sein Rat: Geduld. Bürger sollten ihre Ausflüge in die Wälder verschieben, auch wenn das Landesforstamt nach Absprache mit der Stadt in der kommenden Woche das allgemeine Betretungsverbot aufheben wird. Dann werde es ohnehin eine neue Vorgabe geben, erklärt Jeanette von Lanken: „Das Verbot wird durch ein Gebot ersetzt.“ Das wird besagen, „dass Bürger ausschließlich die Hauptwege nutzen dürfen.“ Alles abseits dieser bleibt weiter verboten – bis auf Weiteres.