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Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum

22.03.2013 | 08:00 Uhr
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Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
Die Hainbuche, die das Ehepaar Ophaus ihrer Enkelin stifteten steht nicht mehr.Foto: Repro Anne Wohland

Essen.  Vor 17 Jahren stiftete ein Ehepaar bei der Aktion „Ein Baum für ein Kind“ des Essener Grünflächenamtes eine Hainbuche für seine Enkelin. Nun wurde der Baum einer Sichtachse geopfert. Die Großeltern sind empört. Die Stadt behauptet, nichts von der Stiftung des Baumes gewusst zu haben.

Es sollte ein Geschenk fürs Leben sein, so hatten sich das Christel und Hans Ophaus gedacht. Darum beteiligte sich das Ehepaar im Jahr 1996 an der Aktion „Ein Baum für ein Kind“ des Grünflächenamtes und stiftete der Grünanlage Worringsiepen in Burgaltendorf eine Hainbuche für ihre Enkelin Nina. „Der Baum entwickelte sich prächtig, und unsere Nina und auch wir hatten große Freude daran.“ Bis die heute 17-Jährige neulich zu den Großeltern kam und fassungslos erzählte: „Mein Baum ist weg!“

Das Ehepaar Ophaus konnte erst nicht glauben, dass die schöne, gesunde Hainbuche gefällt worden war. Von Grün und Gruga, vormals Grünflächenamt. Das hatte der Familie 1996 noch bescheinigt: „Zum Wohle von Mensch und Natur haben Sie einen engagierten Beitrag geleistet, der auch für die Zukunft die Lebensqualität in dieser Stadt verbessern hilft.“ Warum ihr Baum knapp 17 Jahre später gefällt wurde, verstehen die Stifter nicht: „Wir sind enttäuscht und empört“, schrieben sie an Grün und Gruga.

Von wegen "behutsam"

In ihrer Antwort erklärt eine Mitarbeiterin, die lange vernachlässigte Anlage Worringsiepen habe man 2012 in einen „pflegbaren Zustand zurückversetzt, die ursprünglichen Sichtachsen behutsam freigelegt und die viel zu dicht stehenden Gehölzbestände gelichtet“.

Behutsam findet Hans Ophaus das Vorgehen gerade nicht, und die weiteren Argumente hält er für wenig stichhaltig bis lächerlich. „Der Baum stand völlig frei.“ Keine Spur von dichtem Gehölz und versperrter Sichtachse. Die Grün-und-Gruga-Angestellte schreibt dagegen: „Langfristig würden die malerisch gewachsenen Äste den Weg versperren.“ Auch das bestreitet Hans Ophaus: „Da konnte kein Weg versperrt werden.“ Die Stadt habe offenbar mühsam nach Argumenten für die traurige Fällaktion gesucht.

„Der Baum ist für uns unersetzlich“

Immerhin sagt die Mitarbeiterin, dass sie die Enttäuschung der Familie verstehe. Tatsächlich habe sie nichts von der Aktion „Ein Baum für ein Kind“ gewusst und dazu auch nichts in den Akten gefunden. „Wenn ich von der Aktion gewusst hätte, hätte ich meine fachlichen Erwägungen zurückgestellt und den Erhalt Ihres Baumes geprüft.“ Dieser Satz beweist für Hans Ophaus, dass die Fällung keineswegs so zwangsläufig war, wie die Grün und Gruga es darstelle.

Trotzdem sagt auch der Sprecher des städtischen Betriebs, Eckhard Spengler, auf Anfrage der WAZ, die Fällung sei aus fachlichen Gründen nötig gewesen. „Ein Grund war, dass die Bäume in dieser Gruppe zu eng standen.“ Ein Ortstermin zeigt jedoch, dass an dieser Stelle von einer Baumgruppe keine Rede sein kann: Ninas Hainbuche hatte viel Platz. Und das Mädchen aus Kupferdreh freute sich an seinem Baum. „Die Hainbuche wuchs und gedieh mit Nina“, sagt Christel Ophaus. Sie grämt sich, „dass wir damals abgewunken haben, als die Stadt anbot, ein Schild am Baum anzubringen“. Bezahlt haben sie 100 Mark für den Baum, doch darum gehe es nicht: „Für uns ist diese Hainbuche unersetzlich.“

Christina Wandt

Kommentare
24.03.2013
00:44
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von Westwind | #27

Hier kommentiert so manche Blitzbirne, die zumindest den Bio-Unterricht komplett verschlafen hat. Anders sind derart dumm-dreiste Wortmeldungen nicht zu erklären. Diese Zeitgenossen haben´s nicht verstanden, worum es in diesem Artikel geht...

24.03.2013
00:12
Liebe Redaktion,
von PantheraOnca | #26

wäre es eventuell möglich, entweder derart schlechte Bilder zu vermeiden oder in einer Auflösung zu präsentieren, die keine gesundheitlichen Schäden an den Augen hinterlässt ?
Ich bin mir sicher, dass Euer CMS-Programm in der Lage ist, Fotos auch in einer Auflösung anzubieten, die eine einigermaßen scharfe Darstellung einem Durchschnittsdisplay erlaubt.
Um einen "Foto von damals"-Effekt zu erreichen, muss man schon etwas mehr tun, als nur den Photoshop-Unschärfe-Filter einzusetzen. Bitte gebt Euch wieder etwas mehr Mühe, ich sehe dann gerne auch über den einen oder anderen Syntax- oder Grammatikfehler hinweg, auch wenn diese in der letzten Zeit zuzunehmen scheinen. Und noch eine Bitte hätte ich in diesem Zusammenhang: Rettet den Dativ !
Wir haben und leider schweren Herzens (sic) inzwischen mit dem Sterben des Genitivs in der deutschen Sprache abfinden müssen. Überlasst den Dativ nicht demselben Schicksal ! Danke.

4 Antworten
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von kadiya26 | #26-1

Genetiv, Dativ, Bäume......

Ich bitte
von PantheraOnca | #26-2

um Verzeihung der Abschweifund meines Kommentares wegen. Das unscharfe Bild veranlasste mich zu einem Kommentar. Im Verlaufe dessen Verfassens ließ ich mich leider zu einer übergreifenden Bemerkung hinreissen, die abseits des hier Kommentierten Themas liegt. Dafür bitte ich die Redaktion und den auf meinen Kommentar Antwortenden Kommentator in aller Form um Verzeihung !

@ PantheraOnca
von totti0405 | #26-3

Ich teile Ihren - nennen wir es vorsichtig - Kontext- bzw. thematischen Exkurs zwar nicht, möchte zu Ihren Ausführungen jedoch 2 Fragen stellen:

1.) Ist die Syntax nicht Teil der Grammatik?

2.) Schreiben die Zeichensetzungskonventionen nicht vor, zwischen Wort und Satzzeichen KEIN Leerzeichen zu lassen? [sic!]

Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von Moderation | #26-4

@PantheraOnca - Kein Problem für uns. Immerhin könnten wir auch etwas zum Thema Grammatik in Ihren Ausführungen sagen - aber wir konzentrieren uns dann mal weiter auf den Inhalt ihrer Aussage ;-) Also: Schwamm drüber.

Und: Das Bild ist ein Repro - wenn sie eine Software haben, die unscharfe Ursprungsdaten zu scharfen Daten machen kann... dann sind Sie ein reicher Mann ;-)

24.03.2013
00:07
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von mKasperski | #25

Was soll die Stadt Essen denn jetzt machen. bei jedem einzelnen Baum nachschauen wer dafür Pate war, wer ihn der Stadt geschenkt hat. Man kann hier auch alles ein bisschen übertreiben.

1 Antwort
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von kadiya26 | #25-1

Aber natürlich sollte die Stadt Essen das tun! Man kann nicht erst zum "Baumpflanzen" aufrufen und ein paar Jahre später von nichts mehr wissen (wollen)!

23.03.2013
22:35
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von Ruhrius | #24

Das ist schon wirklich ein Armutszeugnis für die Stadt Essen. Da wusste die linke Hand nicht was die rechte tat. Traurig, traurig.

23.03.2013
21:38
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von berni44 | #23

Im Zuge vom Sturm Kyrill sind einige Babywälder angelegt worden. Die Beamtenschaft
und Verwaltungsvorstände haben zwar vom Land für die Waldschäden Entschädigungen bekommen, sie haben jedoch das Geld an andern Stellen im Haushalt verplämpert.
Sie nutzen aus:. Was soll ein Mann in seinem Leben mindestens einmal tun?
Ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen.

Sie haben , auch in Hagen, ganze Wälder durch Eltern aufpflanzen lassen. Hier wurden dann gleich Bäume für 200€ eingesetzt. Diese Bäüme wurden gleich so gesetzt , dass eine erste Durchforstung nach den üblichen 20 Jahren mindestens die Hälfte der vorhandenen Bäume gefällt werden, nach den üblichen Fortstregeln.

Diese Durchforstung ist Stand der Forstechnik.
Von Verantwortung zu einem gegebenen der Stadtverwaltung keine Spur.
Fazit traue keinem Verwaltungsmitarbeiter einschliesslich der Politik.
Dieses haben städtischen Führungskräfte den Eltern bewusst verschwiegen, da ja sonst keiner einen Baum gekauft hätte.

23.03.2013
20:55
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von Baumliebhaber | #22

Da brauchten wohl nach dem harten Winter wohl die Stadt Oberen wieder Brennholz für Ihre Kamine. Bei dem Winter ist wohl einiges an Holz durchgegangen.
Ja im Augenblick wird gefällt im Ruhrgebiet wie die Weltmeister, An Autobahnen genauso wie in den Straßen und Wäldern. Dabei ist es erwiesen das die großen Bäume einen Menge Schall schlucken und natürlich auch für eine bessere Luft zuständigt sind.

Anscheinend haben Bei Straßen NRW und bei anderen verantwortlichen Behörden die Kamine Oberhand genommen und die müssen natürlich gefüllt werden und der nächste Winter kommt bestimmt.

Gerade in Bochum findet im moment ein Riesen Kahlschlag statt.

23.03.2013
20:44
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von marcwause | #21

Schnarch....

23.03.2013
20:41
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von pixi25 | #20

Dieser Baum ist nur ein Beispiel von vielen, auch in anderen Städten wird derzeit munter drauf los gefällt.
Ich finde dies ein Unding. Denn Bäume stellen einen wichtigen Faktor in Bereich der Klimaregulation (z.B. innerhalb der Städte oder der Ballungszentren) dar. Es wird seit einger Zeit darauf hingewiesen, dass die Temperaturen in den Sommermonaten zukünftig häufiger eher heiß ausfallen werden. Und Bäume können da zumindest etwas entgegen setzen.
Und diese kosenlose natürliche Klimaanlage wegen des Verkaufserlöses des Holzes zu reduzieren ist nicht hinnehmbar. "Freie Sichtachse", "...stehen zu eng beeinander...", "Krank" etc. dies sind dann meist die offiziellen Argumente. "Profit" - vermutlich bei den meisten Fällaktionen der Hauptgrund - wird nie erwähnt.

Ich wüsche mir von den Medien (z.B. der WAZ) etwas mehr Hintergrundinformationen wie solche Fällaktionen zustande kommen, welche Politiker dafür und dagegen sind und welche Möglichkeiten Bürger haben dagegen vorzugehen.

23.03.2013
20:38
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von Tsche_Gewara | #19

Ein Baum ist gefällt worden. Spektakulär!

23.03.2013
20:24
Die Stadt Essen fällt für Enkelin gestifteten Baum
von DrDr | #18

Ich könnt mich echt aufregen,
wenn der Inhalt dieser Meldung nicht so belanglos wäre...

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