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Die Sonne macht Schule

20.06.2007 | 08:45 Uhr

BAUEN. Der Allbau investiert in Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Darunter kämpft die Stadt wie jedes Jahr mit Millioneneinsatz für die Verbesserung der Bausubstanz der 186 Schulen.

Wenn Schüler etwas über Schritte gegen den Klimawandel lernen wollen, reicht es künftig in manchen Fällen, wenn sie ihrer eigenen Schule aufs Dach steigen: Dank einer 1,3 Millionen Euro-Investition des Wohnungsbauriesen Allbau entstehen auf Schulgebäuden Photovoltaik-Flächen, die aus Sonnenlicht Energie gewinnen - zum Beispiel auf dem Gymnasium Wolfskuhle, der Realschule Überruhr und der Frida-Levy-Gesamtschule. Die größte Anlage wird mit 2500 Quadratmetern im Bildungspark Nord entstehen, künftig Standort des Berufskollegs Holsterhausen. Sie soll etwa 80 000 Kilowattstunden Strom erzeugen und so rund 67 Jahrestonnen Kohlendioxid vermeiden. Acht Hektar Wald wären erforderlich, um eine entsprechende Menge des Treibhausgases zu binden.

Niemand muss sich Sorgen machen, dass der Strom ausgerechnet in den Sommerferien anfällt, wenn in der Schule keiner gebraucht wird: Die Energie wird ins Netz eingespeist, der Allbau bekommt die Vergütung. Für das Wohnungsbauunternehmen und die Kommune soll es jeweils zumindest ein Nullsummenspiel werden - mit Nutzen für die Umwelt.

Ansonsten könnten depressive Gemüter schon mal das Gefühl haben, Investitionen für Schulen seien der Versuch, mit einem löchrigen Eimer Wasser zu schöpfen. Immerhin knapp 12,8 Millionen sind es Jahr für Jahr, die die Stadt da investiert.

Mitte 2004 hatte man noch Baumängel von rund 49 Millionen Euro diagnostiziert, drei Jahre und knapp 39 Millionen Euro später müsste man rein rechnerisch bei zehn Millionen sein. Stimmt aber nicht - denn in den drei Jahren haben die Experten neue Sanierungslücken entdeckt, die mit rund 26,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Schulferien für die Immobilienwirtschaft? Fehlanzeige.

Dennoch hat deren stellvertretender Chef, Friedhelm Holzhauer, eine Vision: Endlich mal wieder eine ganz neue Schule bauen, nach neuesten pädagogischen und architektonischen Konzepten. Zum Beispiel in Haarzopf. Doch abgesehen von der Frage des Geldes stehen dem auch Vorbehalte der bestehenden Schulen entgegen. WO BLEIBT DAS GELD?Insgesamt 5,6 Millionen Euro sollen während der Sommerferien in den Essener Schulen für die Generalinstandsetzung ausgegeben werden, hinzu kommen Projekte für den Brandschutz (800 000 E). Zu den größten Neubauprojekten gehört das Sport- und Tanzinternat mit 3,43 Millionen Euro. Mit knapp drei Millionen Euro schlägt die PCB-Sanierung zu Buche. Knapp 1,1 Millionen Euro sind jährlich für die Grünflächenpflege rund um die Schulgebäude vorgesehen.

STEPHAN HERMSEN

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