Die romantische Seite des Sturms

Die Niklasse dieser Welt haben ja in diesen Tagen ein schweres Los: Sind sie auch noch so sympathische Zeitgenossen, wird ihr Name gerade mit fiesem Schmuddelwetter und Sturmböen in Verbindung gebracht. Doch selbst auf dem Gebiet der Namensgebung für Tiefdruckgebiete hat die Gleichberechtigung der Geschlechter ihre Opfer gefordert. Wurde das Wetter früher mies, hieß das Tief Gertrud, Ulrike oder Xanthippe, während Schön-Wetter-Perioden ausschließlich mit männlichen Vornamen bedacht wurden. Mittlerweile herrscht in Sachen Wetter politische Korrektheit und Hochs wie Tiefs tragen abwechselnd männliche und weibliche Vornamen.

Dabei war die ursprüngliche Namensgebung gar nicht frauenfeindlich motiviert, sondern hatte gar einen romantischen Ursprung: In der Seefahrt wurde ein aufziehender Sturm nach Frauen benannt – ein freudiges Ereignis, wenn sich das Segel kraftvoll blähte und es für die Besatzung „volle Kraft voraus“ hieß. Denn dann kamen die Matrosen auch ein paar Knoten schneller nach Hause zu ihrer Liebsten an Land. Ein versöhnlicher Gedanke.